Kategorien
Wilhelmstal

Das auf bald 2000 m Höhe gelegene Wilhelmstal gleicht einem deutschen Bergdorf. Dazu passen die Ziegelstein-bauten wie das Restaurant ›Kegelbahn‹, die Schlachterei und alle anderen Gebäude. Wegen dem mehr deut-schen als afrikanischen Wetter ist Wilhelmstal zur Bezirkshauptstadt der Gegend geworden mit einem Bezirksamt, daß auch das Rathaus einer deutschen Kleinstadt sein könnte, und den dazugehörigen Wohn- und Beamtenhäusern und der Ort hat bezeichnender-weise ein Erholungsheim für Eisenbahner. 

Im Deutschen Kolonial-Lexikon findet sich über Wil-helmstal:

Wilhelmstal … Der Ort Wilhelmstal liegt in West-usambara in einer nach Süden geöffneten Talmulde 1930 m ü. d. M, das Bezirksamtsgebäude etwa 30 m höher. Die Regenmenge beträgt 1041 mm (zehnjähriges Mittel). Die nähere Umgebung, einst ebenso wie die weitere gut bewaldet, ist heute mit Europäerpflan-zungen und Eingeborenenkulturen bedeckt. In Wil-helmstal gab es 1913 Bezirksamt (mit 64 Mann Polizeitruppe), Forstamt, Vermessungsbureau und Post, zwei Gasthäuser, vier europäische und zwei indische Firmen. Von Wilhelmstal führt Automobilstraße nach Mombo (siehe dort) zur Usambarabahn. —

Mombo, Ort in Deutsch-Ostafrika am Westfuß von Westusambara an der Eisenbahn [Tanga-Moschi], 413 m ü. d. M. gelegen. Mombo war vormals Vorwerk des Biologisch-Landwirtschaftlichen Instituts Amani für Tieflandkulturen, mit Anpflanzungen von Nutzgewäch-sen. Seit einigen Jahren ist es an einen privaten Pflanzer verpachtet. Die Regenmenge beträgt 926 mm (achtjäh-riges Mittel). Mombo hat Post und Telegraph, ist Aus-gangspunkt der Automobilstraße nach Wilhelmstal.