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Verwaltung V

Über den Bezirk der Ostkarolinen berichtet das Deut-sche Kolonial-Lexikon 1914:

»Ostkarolinen, Amtsbezirk der Karolinen, zu dem die Inseln Ponape, Kusaie, Truk, Pingelap, Mokil, Ngatik, Oroluk, die Nomoigruppe mit der Hauptinsel Lukunor, die Hallinseln, Ost-Fajo, Namonuito, Pulap und Poloot gehören. Sie sind verwaltungsseitig mit den Marshallin-seln und Nauru zu einem Bezirk unter der Leitung eines Bezirksamtmanns vereinigt, der seinen Sitz am Santia-gohafen (Langarhafen) auf Ponape hat. Dort befindet sich die europäische Niederlassung, die schlechthin die „Kolonie“ genannt wird. Außer in Ponape besteht noch in der Trukgruppe eine Regierungsstation, die dem Bezirksamtmann in Ponape unterstellt ist. Die lokale Verwaltungstätigkeit für die Ostkarolinen übt der Bezirksamtmann bzw. auf der Trukgruppe der Stations-leiter aus. Beiden obliegt auch in den betreffenden Bezirken die Eingeborenengerichtsbarkeit. Im Neben-amt ist der Bezirksamtmann zugleich auch noch Bezirksrichter für den Amtsbezirk der O. Das Ober-gericht für die O. befindet sich in Rabaul. Regierungs-ärzte sind tätig in Ponape sowie auf Truk. Die see-mannsamtlichen Geschäfte liegen gleichfalls in der Hand des Bezirksamtmannes. Eine Polizeitruppe, die aus Neuguinealeuten besteht, sorgt für Aufrechterhaltung der Ordnung auf Ponape. Die weiße Bevölkerung der O. beträgt einschließlich der Marshallinseln und Nauru 264, darunter 195 erwachsene männliche und 52 weib-liche Personen. Die eingeborene farbige Bevölkerung wird auf Ponape auf 3500 Personen, auf Truk auf rund 15500, auf Kusaie auf 600 und auf den sonstigen zur Gruppe der O. gehörigen Inseln auf ca. 7000 geschätzt. Mischlinge wohnen im Bezirk der O. einschließlich der Marshallinseln und Nauru 152 an der Zahl. Regierungs-schulen bestehen in der Gruppe der O. noch nicht. An Missionen sind tätig die katholische Kapuzinermission, ferner die protestantische Liebenzeller Mission, sowie auf Kusaie noch die amerikanische Bostonmission; die Missionen unterhalten an den wichtigsten Plätzen Ein-geborenenschulen.«