Das Deutsche Kolonial-Lexikon schreibt über Windmo-toren:
»Windmotoren. Windmotoren werden in den afrikani-schen Schutzgebieten in erheblichem Umfange und mit Vorteil zum Betriebe von Be- und Entwässerungsanla-gen, Wasserförderungen, Wasserleitungen, landwirt-schaftlichen oder gewerblichen Maschinen, Mühlen, zur Erzeugung von Elektrizität und dergleichen mehr, in Deutsch-Südwestafrika insbesondere auch im Betriebe der Bohrkolonnen, angewendet. Das Windrad, dessen Durchmesser von 2–12 m schwankt, ist auf einem eiser-nen Turmgerüst von 8–22 m Höhe aufgestellt; es besteht aus festen, nach einer Schraubenfläche gekrümmten Stahlflügeln und stellt sich vermöge der mit ihm ver-bundenen großen Windfahne nach der Windrichtung ein. Die Bewegung des Windrades wird auf eine Schub-stange übertragen, die die Pumpe oder den betreffenden Motor antreibt. Durch Anwendung einer besonderen Seitenfahne wird je nach der Windstärke die Einstel-lung des Windrades bei starkem Winde mehr parallel zu seiner Richtung geregelt, dadurch die arbeitende Fläche des Rades nach Bedarf verringert und eine gleichmäßige Umdrehung erreicht. Die Bohrkolonne in Deutsch-Südwestafrika verwendet ein Windrad von 6 m Durchmesser auf einem 12 m hohen eisernen Turm-gerüst. Vielfache Anwendung finden die Windmotoren auch zum Betriebe der Wasserstationen für die Eisen-bahnen der Schutzgebiete. Zum Beispiel betreibt auf der Station Kidete der Ostafrikanischen Mittellandbahn ein Windmotor mit Stahlrad von 4,5 m Durchmesser eine Saug- und Druckpumpe und fördert damit 3 cbm in der Stunde in einen 12 m über Schienenhöhe angeordneten Hochbehälter von 25 cbm Inhalt.«