Das SWAPO-Mitglied Andreas Shipanga erklärt 1982 im Hearing eines amerikanischen Senatsausschusses, daß er und einige Mitstreiter in den 60er Jahren ver-suchten Unterstützung für den Befreiungskampf seines Landes gegen Südafrika zu gewinnen indem sie in Daressalam die Botschaften der westlichen Länder, der westlichen Demokratien, besuchten, um die Hilfe dieser Staaten zu bekommen. Shipanga:
»Wir glaubten wirklich, daß es möglich wäre, die west-lichen Demokratien davon zu überzeugen, daß unser Selbstbestimmungsrecht und unser Kampf gegen süd-afrikanische Herrschaft eine edle Sache ist, gerecht und ihrer Unterstützung wert.
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Als ich zum ersten Mal 1966 nach London und Paris reiste, um unseren Fall den Außenministerien dieser Länder zu unterbreiten, war es noch schlimmer. Die Propaganda-Abteilung der südafrikanischen Regierung hatte ihre Hausaufgaben ernst genommen: Kein Schwarzer, der von Unterdrückung und Ungerechtigkeit redet, ist sein eigener Mann – hinter ihm müssen die Russen stecken. So sagten sie, und der Westen stimmte zu.
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Am Ende waren es nicht die Sowjets oder Ostdeutschen (Kuba hatte um diese Zeit keine Botschaft in Dares-salam), welche die Initiative ergriffen, mit uns Kontakt aufzunehmen. Wir taten den ersten Schritt. Wir baten sie um Unterstützung, hauptsächlich materielle, aber auch diplomatische…«