Pangani liegt etwa 40 km südlich der Hafenstadt Tanga. Vor Pangani liegt eine mächtige Sandbarre, die nur bei Hochwasser kleinen Dampfern die Überfahrt und Ein-fahrt in den Fluß, an dem Pangani liegt, ermöglicht, und so können die kleinen Schiffe unmittelbar bei der Stadt ankern. Größere Schiffe aber müssen weit außerhalb der Sandbarre liegen bleiben, und die schwere Dünung, die meist in der Bucht steht, bringt so manches Boot im Verkehr zwischen Schiff und Pangani zum kentern.
Die im tropischen Grün gelegene Stadt hat ein Araber- und Inderviertel und ein Eingeborenenviertel. Eine be-festigte Strandstraße führt entlang der Uferpromenade, an der die Lagerhäuser – welche mehr wie Wohnhäuser als wie Lagerhäuser aussehen – und das deutsche Zollhaus mit seinen beiden Ecktürmen stehen und das Bild der Strandpromenade prägen. Das alte deutsche Fort ist umgewandelt zum Kaiserlichen Bezirksamt. Es gibt ein deutsches Hospital und die Stadt hat eine von der deut-schen Verwaltung angelegte Kanalisation. Ein Bismarck-Denkmal findet sich auch.
Nahe der Stadt gibt es eine Zuckerfabrik und in Ki-kogwe-Mwera, auf dem andern Ufer des Flusses, gegen-über von Pangani, liegt die älteste erfolgreiche Sisal-pflanzung von Deutsch-Ostafrika.
Pangani im Deutschen Kolonial-Lexikon: Die Stadt Pan-gani liegt an der gleichnamigen, ganz offenen, als Reede benutzten Bucht des Ozeans, und am linken, nördlichen Ufer des Flusses Pangani. Dieser, hier 320 m breit, dient als Hafen, der aber der unmittelbar vorgelagerten Sand-barre wegen selbst von ganz kleinen Seeschiffen nur beim täglichen Hochwasser erreicht werden kann. Die Regenmenge ist 1113 mm (13jähriges Mittel), die in drei Regenzeiten fallen. Pangani war früher der Hauptsitz der Araber an der festländischen Sansibar-Küste. Sie ließen die Zuckerrohrfelder durch ihre Sklaven bebauen. Pan-gani war auch Ausgangspunkt der Handelskarawanen, die nach dem Kilimandscharo und weiterhin zogen. Seit 1889 gab es seine führende Stellung langsam an Tanga ab. Noch heute wohnen in Pangani und seiner Umge-bung etwa 400 Araber und fast ebensoviel Inder, die längst den größten Teil des Besitzes der ersteren über-nommen haben. Pangani hat etwa 3000 Einwohner.
Pangani hat außer dem Bezirksamt ein Zollamt 2. Klasse, Post, Telegraphen, 50 Mann farbige Polizei. In Pangani waren 1913 2 europäische und etwa 25 indische Handels-firmen vertreten. … Der Wert der Einfuhr betrug 1908 1,427, der der Ausfuhr 1,211 Millionen Mark, 1912 waren die entsprechenden Zahlen 1,002 und 1,923, unter der Ausfuhr für 1,7 Millionen Mark Sisal.