Die christlichen Missionen in den Kolonien wollen vor-rangig neue Mitglieder für ihren Glauben gewinnen. Wie bei allen Unternehmungen ist auch bei der Missio-nierung das Geld der entscheidende Faktor. Zum einen finanzieren sich die Missionsgesellschaften aus deut-schen und europäischen Quellen, zum anderen sind sie als Wirtschaftsunternehmen in den Kolonien tätig. Da-für brauchen sie einheimische Arbeitskräfte und bilden häufig auch Handwerker für ihre Tätigkeiten aus. Eine Hauptschwierigkeit beim Missionieren ist die Sprache. So werden von vielen Missionaren Studien über die ein-heimischen Sprachen getrieben, um die Einheimischen überhaupt einmal über das Wort zu erreichen. Diese Sprachstudien basieren auf westlichem Verständnis von Sprache und sucht die Struktur der einheimischen Spra-chen zu erkennen und ihren Wortschatz. Gerade aber bei den Worten und ihrer Bedeutung gibt es zwischen dem Verständnis der Missionare für die Wortbedeutun-gen und dem Verständnis der Einheimischen oft große Mißverständnisse. Es fehlen dem Missionar alle über die Zeitläufe erwachsenen Assoziationen mit den Sprachge-bilden der Einheimischen. Der Gefühlswert von Worten und Wortgruppen bleibt ihnen vollkommen unbekannt. Die Missionare erfinden regelrecht zuweilen Bedeutun-gen für Worte, weil sie keinen Einblick in die Vorstel-lungswelt der ihnen kulturell fremden Umgebung ha-ben, sodaß die Missionen Abwandelungen der einheimi-schen Sprachen für ihren Missionsgebrauch schaffen, die wieder nur den Missionsschülern verständlich sind aber für die ursprünglichen Sprecher der Sprache kei-nen Sinn ergeben.
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