Kategorien
Die Insel

Nauru liegt am Äquator und ist die westlichste Insel der Inseln der Gilbertgruppe. Sie ist ein rundliches Eiland mit großen Lagern von phosphorsaurem Kalk. Nauru hat eine Fläche von 21 Quadratkilometern und besitzt Höhen von bis 70 m, einen kleinen See, den Arenibek, und zahlreiche Höhlen. Ein Riff von 150-300 m Breite umgibt die Insel.

Das wichtigste Gewächs der Insel ist die Kokospalme, welche in einem äußeren und inneren Ring den Strand und den Binnensee umsäumt. Sonst ist die Vegetation dürftig und besteht aus Pandanus, Papayas, Wasserme-lonen und den auf Koralleninseln verbreiteten Sträu-chern und Gräsern.

An Tieren finden sich auf der Insel nur Insekten und Seevögel.

Kategorien
Vorwort

Eigentlich müßte nach der Reihenfolge der Beschrei-bung der Kolonien von West nach Ost nun die Kolonie Deutsch Neuguinea folgen. Da aber die Kolonie Mar-shall-Inseln 1906 in die Kolonie Deutsch Neuguinea einverleibt wird, machen wir hier eine Ausnahme.

Die Darstellung der Kolonie der Marshall-Inseln würde bei einer genauen West-Ost-Deutung dann unmittelbar an die Beschreibung der Regierungsstationen der Mar-shall-Inseln und Naurus (welches zur Kolonie der Mar-shall-Inseln gehörte) der Kolonie Deutsch Neuguinea folgen und eine unerwünschte hintereinanderfolgende Doppelung der Geschichte zur Folge haben. Deshalb fü-gen wir hier die Kolonie Marshall-Inseln ein, was zeit-lich gesehen durchaus richtig ist, denn die Marshall-Inseln sind de facto seit 1878 die erste deutsche Kolonie im Pazifik und überhaupt.

Ich wiederhole hierzu zwei Sätze aus dem Kapitel »Das Überseereich des Kaiserreiches« mit Bezug auf den Kommandanten Bartholomäus von Werner des deut-schen Kriegsschiffes Ariadne:

Auf den Marshall-Inseln, wo sich nur deutsche Handels-häuser befinden, erwirkt von Werner 1878 durch Ver-trag unter anderem vom dortigen König »den Hafen von Jaluit als deutsche Kohlenstation abzutreten«.

Von Werner: »Die deutschen Handelsinteressen sind hier [auf den Marshall-Inseln] so bedeutende, daß ich mich, um die Inseln vor den Begehrlichkeiten anderer Nationen zu schützen, zu weitergehenden Maßregeln veranlaßt sah, als ich ursprünglich beabsichtigte. Möge das, was ich gethan habe, dereinst dazu führen, daß diese Inseln dem Deutschen Reiche einverleibt wer-den.«