Der Süden von Togo unterscheidet sich von der Land-schaft und den Wetterverhältnissen als auch von der Bevölkerung von den beiden nördlichen Bezirken des Schutzgebietes. Ist der südliche Teil der Kolonie tro-pischfeucht mit der entsprechenden tropischen Vegeta-tion so herrscht in den beiden nördlichen Bezirken, die etwa die Hälfte der ganzen Fläche der Kolonie ausma-chen, schon Savannenklima. Besteht die Hauptbevölke-rung im Süden aus den Ewe, so wohnt als größtes Volk in Nordtogo das Volk der Kabre und Losso, hinter den Ewe das zweitgrößte Volk Togos.
Der Kolonialbeamte Oskar Metzger beschreibt die Ka-bre und Losso:
»Die Männer sind stattlich, kräftig, viele von herkuli-schem Körperbau, ihr Weiber merkwürdigerweise meist von zierlicher, geschmeidiger Gestalt. So fleißig diese Menschen sind, so anspruchslos sind sie in ihrer Lebenshaltung, so wenig in ihrer äußeren Kultur von Gebräuchen der südlich angrenzenden Stämme, ge-schweige denn von europäischen Einflüssen berührt. Kleidung ist dort nicht üblich. Alles geht nackt, Mann und Weib. – Aber trotz solch primitiver Lebensführung hat auch dieses Volk ein ausgeprägtes Bedürfnis, sich zu schmücken; besonders trifft dies, wie überall auf der Welt, auf die junge Weiblichkeit zu.«
Einen weiteren bedeutenden Unterschied zwischen dem Süden und dem Norden von Togo machen die Religio-nen aus. Sind überall die traditionellen afrikanischen Glaubensvorstellungen verbreitet, hat sich aber im Sü-den von der Küste aus das Christentum über die Missio-nen verbreitet, während im Norden von Togo von Nord-afrika kommend der Islam Fuß gefaßt hat.
Der in Togo stationierte Beamte Oskar Metzger hält fest, daß die christliche Mission, die im Punkte der Vielehe zufolge ihrer starren Lehre begreiflicherweise keine Zugeständnisse machen will oder kann, da einem gro-ßen Hindernis gegenüber steht; viele Bekehrungen scheitern daran. Die mohammedanische Religion ge-stattet die Vielehe. Dies ist ein Hauptgrund für den Siegeszug des Mohammedanismus bei den afrikani-schen Völkern.
Wird im ganzen Süden Togos bei den Zählungen und Schätzungen von 1910/11 von 507.000 Menschen ausge-gangen, so sind es im Bezirk Sokode-Bassari 300.000 Menschen und im nördlichsten Bezirk von Togo, Man-gu-Jendi, 225.000.