Die Marshall-Inseln liegen östlich der Karolinen. Sie be-stehen aus den nebeneinander laufenden Inselketten der westlichen Ralik-Kette (Sonnenuntergangsinseln) und der östlichen Ratak-Kette (Sonnenaufgangsinseln). Zu den beiden Inselketten gehören zusammen etwa 1220 größere und kleinere Inseln sowie 870 Riffe, die sich über ein Gebiet von knapp zwei Millionen qkm im mittleren Pazifik erstrecken. Die Landfläche von insge-samt 181 km² ragt im Mittel rund zwei Meter über den Meeresspiegel hinaus. Das Klima ist feucht und warm bis heiß mit einer Regenzeit von Mai bis November, wobei die beständigen Winde Erleichterung verschaf-fen. Die Marshall-Inseln werden gelegentlich von Taifu-nen getroffen.
Die Marshall-Insulaner sind Mikronesier, die an Körper-größe den Polynesiern etwa von Samoa deutlich zurück-bleiben. Die vielfach hervorstehenden Backenknochen und schräg stehenden Augen scheinen einen mongoli-schen Einschlag anzuzeigen. Die alte, bei den Männern aus einem Faserschurz, bei den Frauen aus Matten be-stehende Tracht sieht man nur noch selten. An deren Stelle ist die häßliche europäische Kleidung getreten.
Auf den Marshall-Inseln werden Anfang 1913 9569 Men-schen gezählt.