Das Deutsche Kolonial-Lexikon über:
»Kribi, bedeutender Hafenort und Sitz eines Bezirks-amts an der Batangaküste in Kamerun. Der Ort liegt nördlich der Mündung des Kribiflusses in der schmalen Küstenebene, die hier beginnend sich nach Norden verbreitert. Bewohner sind die Handel und Schiffahrt treibenden Batanga, an Zahl über 37000. Die Gesund-heitsverhältnisse in Kribi sind nicht schlecht. Die Zahl der Europäer im Bezirk Kribi betrug im Jahre 1913 223. Nördlich von Kribi in Plantation befinden sich Pflan-zungen der Gesellschaft Südkamerun. — In Kribi laufen zwei bedeutende Handelsstraßen zusammen, auf denen schon vor der Epoche der Besitznahme Kameruns Kautschuk, Ö1, Elfenbein und die andern Erzeugnisse des Binnenlandes durch Zwischenhandel an die Küste gelangten. Die südliche Straße führt über Nkomakak nach Ebolowa im Bulelande, einem Militärposten, und stellt die Verbindung mit dem Dscha her. Auch nach der Erschließung der Südostecke von Kamerun durch die Gesellschaft Südkamerun und die Eröffnung des Schif-fahrtsweges Dscha-Ssanga-Kongo bleibt der Träger-transport billiger und vorzuziehen. Die nördlichere Straße, die bis Lolodorf fahrbar ist, ersteigt die Hoch-landstufe bei Bipindi, geht über Lolodorf nach Jaunde und weiter nach Adamaua. An diese Straße hat auch der Dume-Njonghandel Anschluß, da in Onana Besa die Schiffbarkeit des Njong endet. In Kribi konzentriert sich also der gesamte Exporthandel von Südkamerun, und so kommt es, daß Kribi sogar Duala überflügelt hat, hinter dem es im Importhandel noch wenig zurücksteht. Die betreffenden Summen sind 1912 Export: Duala 7.622.313 Mark, Kribi 10.189.093 M, Import (exklusive Geld und Bahnmaterialien) Duala 14.500.000 M, Kribi 10.000.000 M. Der Gesamtwert des Handels in Kribi war 1911 18.989.000 M, 1912 20.382.000 M. Der Kautschuk nimmt dabei die erste Stelle ein. — In Kribi befinden sich augenblicklich [1913] 18 europäische Faktoreien, deren Interessen durch die Handelskammer für Südkamerun vertreten werden. Kribi ist Sitz des Bezirksamts, Bezirksgerichts, hat Polizei und eine Postagentur; im Hafen ist ein Zollamt. Ein Wegebauamt sorgt für Straßenbau. Kribi hat ein Hospital, Arzt, Rechtsanwalt, Katholische Mission der Pallottiner. Ein Telegraph ver-bindet Kribi mit Duala.«
Erich Robert Petersen über Kribi im September 1913:
»Helle Häuser zwischen Gruppen schlanker Kokospal-men; eine weiße Kapelle unter Baumriesen, die an frü-heren Urwald erinnern; brandende See und schäumen-der Fluß — das ist Kribi, der Verschiffungshafen für Gummi und Elfenbein von weit, weit her aus dem unbegrenzten Urwald Südkameruns. Zwei große Kara-wanenstraßen führen von hier aus in das Hinterland; die eine nach den Stationen Ebolowa und Lomie und nach dem fernen Molundu, dem Haupthandelsplatz im deut-schen Kongogebiet; die andere führt über Lolodorf hinauf nach dem sonnigen Jaunde und von dort über Akonolinga, Abong-Mbang nach der Dumestation, der Trutzburg wider die wilden Maka. Bis Jaunde ist diese Straße neuerdings für den Autoverkehr ausgebaut, aber die „Machina“, wie die Schwarzen den Kraftwagen nen-nen, hat die Karawanen nicht verdrängen können. Zu Tausenden kommen die Träger mit ihren Gummilasten herunter nach Kribi, und zu Tausenden marschieren sie leer oder mit europäischen Waren beladen in ihre Dörfer am oberen Njong und Sanaga zurück. Es herrscht ein ewiges Kommen und Gehen in Kribi.
…
Hafenanlagen gibt es in Kribi noch nicht. Alle Ladung muß durch die Brandung hinauf auf den Strand. Meist geht es gut, zuweilen auch schief. In Afrika wiegen Verluste an Menschenleben und Waren nicht allzu schwer.«