Im Oktober 1907 trifft Richard Kaundinya in Kilossa ein für die Anlage einer Baumwollplantage. Kaundinya:
»Kilossa war damals noch ein kleines Nest, bestehend aus 26 Negerhütten und der sogenannten „Boma“* (*Boma = Festung, Regierungsgebäude), dem Sitz des Leiters der Bezirksnebenstelle.
Er hatte den Titel „Sekretär“ und unterstand dem Bezirksamtmann von Mrogoro [Morogoro]. Ihm unter-stellt war ein deutscher Unteroffizier mit einer halben Kompagnie Askari; das sind Negersoldaten.
Kilossa liegt am Westrand der Mkattasteppe, am Fuß der Usagaraberge, nach welchen der dort einheimische Stamm Wasagara genannt wird. Die Umgegend war durch den Mkondokwafluß, der fast jede Regenzeit sein Bett etwas ändert, stark versumpft und dadurch eine Brutstätte der Anophelesmücke. Infolge dessen herrscht dort viel Malaria.
…
Für das Vertrauen, das die Negerbevölkerung zu uns Pflanzern tatsächlich faßte, ist die Entwicklung der Umgebung von Kilossa der beste Beweis.
Als wir 1907 dort die Arbeit begannen, war Kilossa ein ärmliches Nest von 26 elenden Hütten und in der ganzen Umgegend kaum 1000 bis 2000 Menschen. Unterdessen sind dort außer unserer Pflanzung noch eine ganze Anzahl andere größere und kleinere Euro-päerbetriebe entstanden.
Kilossa ist nun ein ganz bedeutender Platz mit Dut-zenden von einträglichen Kaufläden, Hunderten von gut gebauten Negerhäusern und Hütten, und in der Um-gegend haben sich an die 15.000 Neger angesiedelt.«
Das Deutsche Kolonial-Lexikon über:
Kilossa, Ort in Deutsch-Ostafrika, liegt 510 m ü. M, da, wo das Tal des Mukondokwa aus dem Ussagara-gebirgsland in die Mkataebene austritt. Dieses Tor, der bequemste Eingang nach den zentralen Hochländern, war von jeher von Bedeutung. Heute benutzt diesen Weg die Zentralbahn, deren Station Kilossa ist. In unmittelbarer Nähe liegt Kondoa, einst eine Araber-feste. 1891 als Station gegründet, war Kilossa später Sitz eines Bezirksamts, bis dies von dem wenig gesunden Platz nach Morogoro verlegt wurde; dessen Nebenstelle ist Kilossa heute. 26 Mann Polizeitruppe. Post, Tele-graph, auch nach Iringa. Die Umgebung von Kilossa flußabwärts am Mukondokwa ist heute ein wichtiger Sitz des Baumwollbaus.