Das Deutsche Kolonial-Lexikon berichtet über:
»Kigoma, Ort in Deutsch-Ostafrika am Tanganjika, an der Kigoma-Bucht, 7 km nördlich von Udjidji, ist der Endpunkt der Zentralbahn. Seit 18. April 1914 befindet sich eine Postagentur dort. Die von Süden her vor-springende Halbinsel Ketelani und gegenüber das ge-gen SW gerichtete Ras (Vorgebirge) Kabondo schließen die 14—20 m tiefe Innenbucht, auch Kabondobucht genannt, ab. Hier sind die Schiffe genügend vor dem Wind geschützt und haben guten Ankergrund noch ganz nahe am Lande. Auf Ketelani, wo die Europäer-siedelung entsteht, lag bisher eine Niederlassung der Zentral-Afrikanischen Seen-Gesellschaft. Westlich von Ketelani breitet sich die äußere Kigomabucht aus.«
Eine neue Stadt entsteht am Ufer des Tanganjikasees. Kigoma ist ein Hafen am zweitgrößten See Afrikas, der seit dem Februar 1914 über die Bahn an den Indischen Ozean angeschlossen ist. Über 1250 Kilometer verbindet die Zentralbahn Kigoma mit Daressalam. Hafen und Stadt Kigoma sind im Aufbau. Der Bahnhof und die wichtigsten öffentlichen Bauten sind fertiggestellt und Hafen und Werft sind in Betrieb.
1914 wird in Kigoma ein erstes großes Schiff zusam-mengebaut. Die Goetzen wurde in Deutschland auf der Bauwerft zunächst nur zusammengeschraubt und dann für den Transport wieder in seine Einzelteile zerlegt. In 5000 Holzkisten verpackt wurde die Goetzen darauf per Schiff nach Daressalam und weiter über die Bahn nach Kigoma verfrachtet, wo sie wieder zusammengebaut wird. Das Schiff kann Fracht und 600 Fahrgäste beför-dern und ist das bei weitem größte Schiff auf dem Tanganjikasee. Ein zweites gleich großes Schiff für den Tanganjikasee mit dem Namen Rechenberg ist in Deutschland schon im Bau und ein drittes Schiff ist bestellt.
Die Hafenstadt Kigoma, tief im inneren Afrikas, floriert. Für den Besuch des deutschen Kaisers in Kigoma ist bereits ein Jagdschloß für Wilhelm II errichtet.