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Kete-Kratschi

Das Deutsche Kolonial-Lexikon über die Grenzstation Kete-Kratschi am Fluß Volta zur englischen Kolonie Goldküste und über Kete und Kratschi selbst:

Kete, Mohammedanerniederlassung bei der Hauptstadt Kratschi. An der Spitze von Kete steht ein von der Ver-waltung eingesetzter Häuptling (Haussa). In Kete befin-den sich ferner ein Imam und mohammedanische Schriftgelehrte, welche in Privatschulen eine oberfläch-liche Kenntnis des Arabischen und des Korans verbrei-ten.

Kratschi. Landschaft im Verwaltungsbezirk Kete-Krat-schi mit der am Volta gelegenen Landeshauptstadt Kratschi. Das Kratschigebiet ist in der Hauptsache typische Baumsteppe und im allgemeinen nicht sehr fruchtbar. Bei der Landeshauptstadt Kratschi in einer in einem Hain verborgenen Höhle ist der Sitz der Gottheit Länte (Kratschibezeichnung) oder Dente (Asantebe-zeichnung) gedacht, welche weit über die Landesgren-zen von Kratschi hinaus zu großem Ansehen gelangt ist. Der Sitz des einflußreichen Läntepriesters befindet sich gleichfalls in der Landeshauptstadt Kratschi. Die Länte-höhle wurde 1912 vom Bezirksleiter zerstört. Der Länte-priester endete durch Selbstmord im Gefängnis.

Kete-Kratschi, Regierungsstation und Verwaltungsbe-zirk in Mitteltogo. Die zwischen den Orten Kete und Kratschi in der Nähe des Volta gelegene Station K. wurde Ende 1894 gegründet; sie ist der Sitz der lokalen Ver-waltung des gleichnamigen Bezirks und dauernd mit meist 2 europäischen Verwaltungsbeamten besetzt. In K. befindet sich eine Zollhebestelle und eine Post- und Telegraphenanstalt, bei K. eine größere Regierungsver-suchspflanzung. Mit der Station K. ist eine meteoro-logische Beobachtungsstation höherer Ordnung ver-bunden. Seehöhe 107 m. Bei K. befinden sich im Volta sehr starke Stromschnellen, welche auch mit Kanus zu keiner Jahreszeit durchfahren werden können; Waren und Kanus müssen, wenn sie die dortigen Schnellen passieren sollen, über Land transportiert werden.

Soweit das Kolonial-Lexikon.

Ein Bezirksleiter von Kete-Kratchi, Werner von Rent-zell, beschreibt die Regierungsstation:

»In der nördlichen Steppe gab es weniger Moskitos. Die Feuchtigkeit empfand man drückender als an der Küste. Daran hatte der Voltastrom und die umgebenden Ton-schiefermassen ihr Teil schuld. … die blitzsaubere Sta-tion am Ufer des mächtigen Stromes mit seinen unbe-schreiblich malerischen Felsen und Schnellen. Schon mochte er [der Bezirksleiter] sich nicht mehr trennen von dem glühenden Schieferkegel, auf dessen Kuppe die weißen Häuschen unter der schwarzweißroten Flagge bis weit hinein in die Lande grüßten.«