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Jaunde

Das Deutsche Kolonial-Lexikon schreibt über Jaunde: Jaunde, Hauptort der Jaunde und Hauptstadt des Be-zirks Jaunde in Südkamerun, eine der ältesten deut-schen Stationen im Hinterland der Kolonie. — Der Ort Jaunde liegt auf dem Ostrand des Südkameruner Rand-gebirges in 730 m Meereshöhe, auf der Grenze zwischen Urwald und Grasland, auf einem fruchtbaren Plateau. Die Bebauung des Landes ist, der starken Bevölkerung entsprechend, schon sehr fortgeschritten. Die Jaunde sind ein Volk von Händlern. Kautschuk und Elfenbein sind die Haupthandelsartikel. In Jaunde kreuzen sich mehrere wichtige Handelsstraßen, die eine führt in öst-licher Richtung nach Akonolinga am Njong und weiter zur Dumestation, eine nördliche aber nach Tibati und eine westliche nach Edea. Südlich geht es nach Widi-menge am Njong, der geplanten Endstation der Mittel-landbahn und nach Olama, Lolodorf, Kribi. Die Straße nach Kribi ist zu einem Fahrweg ausgebaut worden. Seit [Hans] Dominik dann die Leitung der Station übernahm [1896-98 und 1903 bis zu seinem Tod 1910], hat diese einen gewaltigen Aufschwung genommen. Jetzt besitzt Jaunde außer dem Bezirksamt und einer Kompagnie der Schutztruppe ein Polizeiamt, eine Postagentur, ein Le-praheim, eine Viehzuchtstation, eine Regierungsschule und 14 europäische Faktoreien. Die 1911 begründete Viehzuchtstation betreibt die Kreuzung des Adamaua-Buckelrindes mit dem Allgäuer Bullen. Die Katholische Mission der Pallottiner (Genossenschaft der Pallottiner) hat in Jaunde eine Niederlassung. Die Zahl der Weißen des Bezirks beträgt 114 (1913).