Jesko von Puttkamer, 1895-1906 Gouverneur von Ka-merun, schreibt in seinem 1912 erschienenen Buch Gouverneursjahre in Kamerun über den 22. Februar 1898:
»Auch Herr von Brauchitsch aus Edea war gerade [in Duala] eingetroffen; ihm übertrug ich nun in Anerken-nung seiner reichen Erfahrung, seines praktischen Blicks und seines feinen Verständnisses für den Cha-rakter der Eingeborenen dauernd das Bezirksamt Duala. Und dies Vertrauen habe ich nie bereut; in geradezu mustergültiger Weise hat Brauchitsch aus den schmut-zigen und verkommenen Dualadörfern allmählich eine tadellos reinliche Stadt mit geraden breiten Strassen und weiten luftigen Plätzen geschaffen; fast ohne Mittel und ohne Anwendung von Gewaltmassregeln hat er dies Wunder mit den faulen und widerwilligen Duala ledig-lich durch seinen persönlichen Einfluss zustande ge-bracht: er war in dieser Hinsicht wie Dominik [Hans Dominik, Offizier der Kaiserlichen Schutztruppe für Kamerun] — die Leute fürchteten seine Strenge, ver-trauten dabei aber unbedingt auf sein Wort, sein Wohl-wollen und seine Gerechtigkeit, und so konnte er eben fast das Unmögliche von ihnen erreichen. Der Ausbau, die Sanierung und fortgesetzte Verbesserung der Duala-ortschaften war sein eigentliches Lebenswerk, dem er bis zu seinem Tode [27. September 1908] treu geblieben ist.«
Eduard von Brauchitsch legt im Stadtgebiet von Duala Sümpfe trocken, legt Straßen und Dämme an, baut das Wasserwerk und führt die Versorgung mit fließendem Wasser für die neue Stadt ein. Auch der Ausbau des Hafens von Duala gehört in von Brauchitschs Stadtbau-projekt.
Sommer 1899 in Duala. Gouverneur Puttkamer:
»Die starke Regenzeit fesselte uns alle viel ans Haus; ein besonders reger Verkehr herrschte zwischen [dem Kanonenboot] Habicht mit seinem stets gut gelaunten Kommandanten Graf Oriola, dem Gouvernement und dem Ehepaar Hermann und Anna Jäger, welche den schönen Neubau der Firma Woermann auf der Joss-platte bewohnten und den geselligen Mittelpunkt der Kaufmannschaft bildeten. Am 4. August spendete ich die Nachtigal [Regierungsdampfer] zu einer Fahrt nach Tonne E, der Liegestelle der schwer beladenen heim-wärts fahrenden Woermanndampfer, wenn sie die Flussbarre bei der Jossspitze nicht passieren konnten. Eine Anzahl heimkehrender kranker Missionare hatten mich um die Nachtigal gebeten in Anbetracht des schlechten Wetters; wir fuhren aber alle mit, Oriola, [Bezirksamtmann] Brauchitsch, Jägers und verschiede-ne Offiziere, um auf dem Dampfer Eduard Bohlen den kleinen Elefanten zu bewundern, den Dominik im Yaundeland gefangen hatte und mit nach Hause nahm; dank der Fürsorge des trefflichen Kapitäns Iversen ist das kleine Tier auch glücklich hinüber gekommen und als erster deutscher Elefant in den Berliner Zoologi-schen Garten eingezogen.«
Wenn man Glück hat kann man neben den kleinen Kanus der Einheimischen in den Gewässern in und um Duala auch Schaustücke bewundern wie ein um die 15 m langes und 1 m breites bunt bemaltes und reich ver-ziertes Kanu des im Küstenbereich vor Duala lebenden Stammes der Isubu. In der Mitte des Kanus sitzen unter einen Dach aus Palmblättern die Mammies mit ihren kleinen Kindern vor Regen und Sonne geschützt. Ein altes, rostiges Stück Wellblech dient als Unterlage für die Feuerstelle, auf der während der Fahrt gekocht wird. Die Lebensmittelvorräte an Bord bestehen aus Stock-fisch, Reis, und Bündeln von Bananen. Aus Kokosfasern geflochtene Seile gehören zur Ausrüstung und liegen vorne bei einem Anker und Schöpfgeräten und an jeder Seite des großen Kanus sitzen sechs kräftige Ruderer.
Am 23. Juli 1905 trifft Dr. Ludwig Külz auf einem Dampfer in Duala ein:
»Rechter Hand aber tritt ein etwa 10 m hohes, lang-gestrecktes Plateau, die Joßplatte, zum Wasser vor. An ihrem Ufer und auf ihrem Rücken breiten sich die Niederlassungen Dualas, des Haupthandelsplatzes der ganzen Kolonie, aus. … Reges Leben herrscht auf und an dem Wasser vor Duala. Bei unserer Ankunft lagen der Habicht [Kanonenboot] dort vor Anker, ferner die dauernd auf dem Flusse als Lazarettschiff der Marine festgemachte Hulk Cyklop, zwei kleine für den Küsten-verkehr bestimmte Regierungsdampfer: Nachtigal und Herzogin Elisabeth neben den Leichtern und Booten der Firmen und den Kanus der Schwarzen. Unweit der Landungsbrücke tönte uns das fleißige Hämmern der großen Maschinenreparaturwerkstätte entgegen, und dicht dabei lag auf dem Wasser das erst neuerdings hierhergebrachte Schwimmdock der Woermannlinie. Das imposanteste aller Europäerhäuser ist das auf ei-nem markanten Platze der Joßplatte errichtete Bezirks-amtsgebäude, zu dessen peinlich sauber gehaltenen Garten eine Steintreppe hinaufführt. Fünf Denkmäler für die Europäer, die im Dienste der Kolonie ihr Leben ließen, liegen in den Gartenanlagen zerstreut, ihr schönstes das für Gravenreuth, der beim Sturm gegen die Bakwiris 1891 den Heldentod starb: auf einem hohen Marmorpostamente, welches das Medaillonbild des Gefallenen trägt, ruht ein Bronzelöwe, das Haupt über das Wasser hin nach dem fernen Kamerunberge ge-richtet, mit der Vorderpranke die deutsche Kriegsflagge umklammernd. Durch eine Mangoallee vom Bezirks-amtsgarten getrennt schließt sich der Gebäudekomplex des Regierungskrankenhauses an. Entsprechend der weit größeren Zahl der in Kamerun ansässigen Europäer ist der ganze Hospitalbetrieb ein bedeutend umfang-reicherer als der des Nachtigalhospitales [in Kleinpopo] in Togo. … Hinter den im Vordergrunde der Joßplatte gelegenen Wohnungen der Weißen breiten sich die Hütten der Schwarzen aus, die in drei Stadtteile: Bell-, Akwa- und Deidodorf zerfallen. Ihre gesamte Einwoh-nerzahl wird auf 20.000 angegeben. Auf dem gegen-überliegenden Flußufer liegt ein viertes Dorf Hikory, von dem aus die nach den Manengubabergen geplante Hinterlandsbahn ihren Anfang nehmen soll. Über alle Negerwohnungen ragt weit empor der pagodenartig ge-baute Palast des bekannten Dualaoberhäuptlings Manga Bell. Bei meinem Besuche, den ich ihm abstattete, gefiel mir nicht zum wenigsten an dem auch sonst äußerlich und in seinem Wesen sympathischen Manne, daß er mir in seiner Eingeborenentracht entgegenkam. Die überladene innere Einrichtung seiner negerfürstlichen Residenz, seiner Prunk-, Wohn- und Schlafräume, die er übrigens kaum jemals benutzt, ist zwar europäischer Herkunft, zeigt aber in allem die charakteristische Vor-liebe des Schwarzen für spiegelndes Glas und blitzendes Metall.
Der ganze Ort Duala mit ungefähr 170 weißen Bewoh-nern zeigt in seiner sauberen Anlage, die sich vor allem auch auf die Wohnstätten der Eingeborenen erstreckt, in seinen gut gepflegten, breiten Straßen, sowie in allen sonstigen öffentlichen Arbeiten eine musterhafte Leis-tung, die allein der Umsicht und Ausdauer des seit vielen Jahren hier tätigen Bezirksamtmanns v. Brau-chitsch zu danken ist. Daß gleichzeitig auch die Lösung hygienischer Fragen überall energisch in Angriff ge-nommen wurde, darf wohl als Verdienst des früheren Regierungsarztes Dr. Plehn und des jetzigen, Dr. Zie-mann, hingestellt werden. Die für die Schwarzen erlas-senen und durchgeführten Bauvorschriften, die da-durch in den großen Negerdörfern erzielte Ordnung und Reinlichkeit, die selbstverständlich auch von se-gensreichstem Einfluß auf die gesundheitlichen Ver-hältnisse des ganzen Ortes ist, könnten für andere deutsche Küstenplätze, namentlich auch für Kleinpopo, als nachahmenswertes Vorbild dienen.«
Marie Pauline Thorbecke ist mit ihrem Mann Dr. Franz Thorbecke im November 1911 in Duala. Marie Pauline Thorbecke:
»Ich sitze auf der Veranda des Hotels, das oben auf der etwa zehn Meter hohen, zum Strand steil abfallenden Joßplatte liegt. Vor mir sehe ich ein Stückchen Rasen, dann mehrere Papayabäume, deren riesige Blätter un-mittelbar vom dicken, saftigen Stamm aus die runde Krone bilden, einige graziöse, leicht gebogene Kokos-palmen und niedrige Sträucher mit brennend roten Blüten im kräftigen Grün. Dahinter der gelbe Strand unten, die Landungsbrücke, weiße Häuser und die spiegelglatte Meeresbucht, die am gegenüberliegenden Ufer von dichtem Mangrovengebüsch umsäumt ist. Alles glüht und zittert in der brütenden Sonne; ab und an weht ein leiser Windhauch vom Meer, aber schwarze und weiße Leute haben sich meist in die Häuser zurückgezogen; der Strand, auf dem heute früh ein großer Fisch- und Gemüsemarkt lärmte, ist fast ganz verödet.
…
Duala ist ein großer, wohlgehaltener Ort. Wo sich aus dem Mangrovenwald der Flachküste die hohe Joßplatte erhebt, auf der früher die Bell-Neger wohnten, ließen sich die ersten Ansiedler nieder, von hier dehnte sich die Stadt allmählich am Ufer aus; am gegenüberlie-genden Gestade hat sich in engem Zusammenhang damit der kleine Ort Bonaberi entwickelt, von dem aus die Bahn, die wir benutzen werden, ins Innere führt.
Zweifellos sind viele Hafenstädte der afrikanischen Westküste landschaftlich schöner gelegen als Duala, aber trotz ihrer Umgebung von Berg und Wald sind sie häufig im Innern nur heiße, öde Steinhaufen. Duala nimmt sich dagegen wie eine freundliche Gartenstadt aus. In langer, loser Reihe liegen die weißen Häuser mit zartgrauen oder roten Dächern und breiten Veranden über dem Strand der Bucht, mehrere Wege führen vom Strand aus steil auf die Joßplatte hinauf und in die Stadt hinein. Überall breiten sich zwischen den Häusern Gär-ten aus mit entzückenden, leicht gebogenen Kokospal-men, steilen Ölpalmen, hellgrünen Bananen und Papa-yas, riesigen, dichten Mangobäumen, die ich nach ihrer Gestalt und dem tiefen Grün des Laubes am liebsten mit unseren wilden Kastanien vergleichen möchte, mit Ra-sen und blühenden Sträuchern. An den Straßen sind Baumreihen angepflanzt, die Wege gut gehalten, und man ist ganz erstaunt, ab und an zwischen den großen und kleinen, eleganten oder einfachen, aber stets freundlichen Europäerhäusern noch ein Gewinkel nie-driger, halb verfallener Eingeborenenhütten zu finden, aus Stangen und braunen Matten zusammengebunden.
Es gibt überraschend viele Geschäftshäuser und Läden in Duala — als neueste Errungenschaft auch sogar die in Europa so selbstverständliche Apotheke — und darunter so gut wie gar keine Spezialgeschäfte. Überall kann man alles kaufen, Wurst, Fruchtkonserven und Mehl, Klei-der, Schuhe, Kochgeschirr, Koffer und bunte Postkarten, und es sind erst wenige Kaufleute dazu übergegangen, all diese verschiedenartigen Sachen in getrennten Räu-men auszulegen. Wir haben unsere Expeditionsaus-rüstung noch mannigfach ergänzt, und ich glaube, daß wir noch sehr viel mehr, besonders an Proviant, eben-sogut hier hätten erhalten können wie in der Heimat. …
Seit fünf Tagen sind wir von Bord und wohnen im ein-zigen Hotel des Ortes. Die Erinnerung an die Heimat und an das Schiff sind noch sehr lebendig, und so erscheint uns, trotz wirklich guter Verpflegung, die Einrichtung dieses Gasthofes recht primitiv; ich bin überzeugt, daß in einer Stadt wie Duala auch ein etwas eleganteres Hotel sich halten könnte.
Daß ein Tropenhaus auch ohne Aufwendung von beson-derem Luxus wunderhübsch und wohnlich sein kann, habe ich gesehen, als wir in diesen Tagen in drei Häu-sern zu Gast waren. Sie bestehen allerdings meist nur aus zwei Zimmern, die je 24 qm groß sein mögen; außerdem gibt es Küche, Vorratsraum und Boyhaus. Als eigentlichen Wohnraum aber hat man die große Veranda, die manchmal rings um das Haus läuft. Eine solche, die wir bei einer kleinen Abendgesellschaft sahen, war wirklich sehr schön und riesengroß; die gedeckte Tafel, ein Büffet, eine reizende Tee-Ecke mit Korbmöbeln, ein Schreibtisch und einige Schränke verloren sich fast darin. Alles war hell gestrichen, luftig, freundlich und wunderbar kühl.
Nach allem, was ich in den wenigen Tagen gesehen und gehört habe, geht es den weißen Frauen, die in so zweckmäßigen Häusern wohnen, in Duala trotz des berüchtigten Küstenklimas sehr gut; eine von ihnen erzählte mir, daß sie seit mehr als zwei Jahren unun-terbrochen in Kameruner Küstenorten gelebt und hier ihr erstes Kind bekommen habe, weder sie noch ihr kleiner Junge hätten jemals an Malaria gelitten. Freilich hält sie, wie wohl die allermeisten Europäer in Duala, streng eine regelmäßige Chininprophylaxe ein. — Ein behagliches Haus und eine gute Küche zu führen, ist in Duala kaum mehr mit besonderen Schwierigkeiten ver-knüpft; zwar hat wohl jede Hausfrau ihren Vorratsraum mit Lebensmitteln aller Art, den sie persönlich ver-waltet, so wie in früheren Zeiten unsere Großmütter, aber sobald etwas fehlt, können die Proviantgeschäfte aushelfen oder einer der großen Dampfer, die fast jede Woche hier anlaufen und immer von ihren frischen, im Kühlraum gehaltenen Vorräten abgeben. Schlachtvieh schafft die Eisenbahn aus dem Innern herbei, Fische werden fast täglich von Negern zum Markt gebracht, Eis bekommt man von einer Eismaschine in der Stadt oder vom Dampfer, und da die wenigsten Frauen bei der Hausarbeit selber Hand anlegen zu brauchen, so besteht ihre Aufgabe in der Hauptsache in kluger, geschickter Anleitung und stetem Beaufsichtigen der schwarzen Dienerschaft. Das scheint freilich unbedingt nötig zu sein, und das Kapitel Dienstboten hat hier noch breite-ren Raum als bei den Hausfrauen in Deutschland.«
Einen Boy, einen etwa 14jährigen Jaunde-Jungen, haben die Thorbeckes bereits angenommen. »Gestern abend hat er uns auf afrikanische Weise in eine Abendgesell-schaft begleitet. Mit einer großen Laterne leuchtete er uns voran und saß dann schlafend, mit anderen Boys zusammen, auf der Schwelle unserer Gastgeber, bis er uns nachts wieder, taumelnd vor Müdigkeit, durch den dunkeln Ort zum Hotel zurückführte.
Ich bin selber überrascht, wie ich mich auf dem Schiff schon an den Anblick der Neger gewöhnt habe, so daß die schwarzen Erscheinungen mir gar nicht mehr fremd sind.«
Duala im Deutschen Kolonial-Lexikon:
»Der Ort Duala ist der Hauptort der Kolonie Kamerun. Die Stadt liegt am Südufer des breiten Kamerunästuars und besteht aus den Eingeborenendörfern Belldorf, Akwadorf, John-Akwa-Dorf und Jossdorf. Zusammen mit Bonabela (Deidodorf), flußaufwärts gelegen, und Bona-beri (Hickorydorf) auf der gegenüberliegenden Fluß-seite zählt Duala etwa 22.000 farbige Einwohner, die dem Dualavolk angehören. Die Zahl der Weißen ist 347 [1913]. Sie war in den vergangenen Jahren, während des Bahn-baus, bedeutend größer. — Die Lage Dualas im Mangro-vegürtel des Kamerunästuars war außerordentlich un-gesund. Infolgedessen ist der Sitz der Gouvernements-verwaltung 1907 [richtig ist 1901] nach Buea am Abhang des Kamerunbergs verlegt worden. Durch Ausfüllung der Sümpfe und zweckmäßigere Wohnungen und Lebensweise sind die Lebensbedingungen in Duala wesentlich günstiger geworden. Die Regierungsgebäude sowie zahlreiche Faktoreien und Wohnhäuser der Wei-ßen liegen auf der Jossplatte, einer ebenen Lateritfläche, die sich 10 m über das Flutniveau erhebt. — Duala besitzt einen vorzüglichen Hafen. Früher mußten die Schiffe, einer vorgelagerten Sandbank wegen, auf offener Reede ankern, seit der Ausbaggerung legen sie direkt an der Landungsbrücke an. Die Firma Woermann hat im Hafen ein Schwimmdock. Durch Betonnung und Befeuerung des Fahrwassers ist Duala einer der sichersten Hafen der Westküste geworden. Der Handel Kameruns bewegt sich neben Kribi in der Hauptsache über Duala. An reinen Handelswerten ist es jedoch von Kribi über-flügelt. Dort überwiegt auch die Ausfuhr, während in Duala die Einfuhr im Jahre 1910/11 9,7 Millionen, die Ausfuhr 5,7 Millionen betrug. Das Überwiegen der Ein-fuhr ist auf Kosten der zu den Bahnbauten nötigen Materialien und der Einfuhr an Bargeld zu setzen. Unter den Ausfuhrprodukten nimmt der Eingeborenenkakao mit 336.981 kg bereits eine namhafte Stelle ein, ein Beweis, daß auch der Plantagenbau der Neger eine Zukunft hat. — Die Handelsstraßen nach dem Binnen-land werden alle von den eingeborenen Händlern be-herrscht. Wichtig sind die Wasserstraßen der Flüsse Mungo, Wuri und Dibamba, die bis zu den Strom-schnellen bei ihrem Durchbruch durch die unterste Stufe des Hochlandes schiffbar sind. Mit Edea ist Duala durch eine Eisenbahn verbunden. Die Manengubabahn, die das Hochland von Südadamaua erschließen soll, geht vom Hafen Bonaberi, gegenüber von Duala, aus. — Duala ist durch ein Unterseekabel mit Bonny im eng-lischen Südnigeria verbunden; eine Telegraphenleitung führt nach Buea, eine zweite nach Kribi. — Duala ist auch Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks. Als solche ist es Sitz eines Bezirksamts, eines Bezirksgerichts, einer Kompagnie der Schutztruppe, eines Artilleriedetache-ments und der Polizeibehörde. In Duala befindet sich das Hauptzollamt, das Hauptpost- und Telegraphenamt, eine Funkentelegraphenstation, ein Hafenamt und eine Reparaturwerkstatt, das Eisenbahnkommissariat, die Bauverwaltung. Für die öffentliche Gesundheit wird gesorgt durch ein Krankenhaus, zwei Regierungsärzte, einen Zahnarzt, ein Lepraheim für Eingeborene, zwei Tierärzte und die obligatorische Fleischbeschau, sowie eine Apotheke. Die sechsklassige Regierungsschule hatte 1910-1911 317 Schüler. Die evangelische Basler Missionsgesellschaft, die Missionsgesellschaft der deut-schen Baptisten und die katholische Kongregation der Pallottiner unterhalten ebenfalls Schulen und Kranken-häuser. An finanziellen und industriellen Instituten seien erwähnt: die Handelskammer Duala, die deutsch-westafrikanische Bank, eine Ziegelei, Dampfwäscherei, Seifensiederei der deutschen Kautschuk-Aktiengesell-schaft. Eine Gesellschaft zur Ausbeutung der unweit Duala erbohrten Petroleumquellen mußte wegen Un-rentabilität aufgelöst werden. Duala fällt auf alten Kar-ten unter dem Namen Kamerun auf, doch benannten es die Eingeborenen schon immer Duala.«
Über die Landungsbrücke der Hauptstadt von Kamerun findet sich im Kolonial-Lexikon:
»Die Landungsbrücke in Duala erstreckt sich von dem Kai aus, der sich am Ufer vor Duala entlang zieht, in den Wurifluß. Sie dient hauptsächlich den Zwecken des Gouvernements; es können an ihr mäßig große seege-hende Schiffe anlegen.
Die Brücke ist aus Eisenwerk in T-Form erbaut und mit einem Kran und kleinen Transportgeleisen ausgerüs-tet, die zu den dem Gouvernement gehörigen Werk-stätten und Schuppen führen. Die Länge des parallel zum Ufer liegenden Kopfstücks beträgt 48 m.«