Der Norden von Kamerun, das Gebiet der Residenturen, bildet landschaftlich eine Einheit. Vom Mandaragebirge senkt sich das Land bis zum Tschadsee über 300 Kilo-meter nur um 85 Meter. Einzelne niedrige Granitberge ragen hier und da aus der Fläche hervor. Innerhalb dieser Ebene treten für das Auge kaum wahrnehmbare flache Einsenkungen und Erhöhungen auf. Auf den Er-höhungen liegen die Siedlungen, während die flachen Senken zur Regen- und Hochwasserzeit unter Wasser stehen und beim Austrocknen als sumpf- und schlamm-durchsetzte Niederungen dem Verkehr große Hinder-nisse bereiten. In der Trockenzeit zerspringt der Boden und bildet einen feinen Staub, der ebenso wie der Sand des Mandaragebirges vom Wind in die Höhe gehoben wird und als lästiger Sandsturm dem Reisenden arge Pein verursacht.
Während im Norden des Gebietes fast überhaupt kein Regen fällt hat Adamaua eine Regen- und eine Trocken- zeit.
Wie im Norden Togos weht auch in den Residenturen Kameruns in den Monaten Februar und März aus der Sahara der Harmattan. Ein knochentrockener Wind, der jede Feuchtigkeit aufsaugt. Die Haut trocknet aus, die Lippen und oft sogar die Hände springen schmerz-haft auf. Die Hitze ist heftig und die Luft ist voll von einem dicken Nebel, der in Wirklichkeit Saharastaub ist. Der Staub setzt sich überall fest. Der feine Sandnebel weht bis an die Meeresküste.