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Wirtschaft und Verkehr

1905/06 bereist Hauptmann Carl Zimmermann in seiner Eigenschaft als Resident von Adamaua das Mandara-gebirge. Er beschreibt zunächst in seinem Bericht die Heidenvölker im Gebirge als arbeitssames Bauernvolk. »Ihre Farmen sind Musterleistungen.« Weiter schreibt Zimmermann: »Dieses Volk in die pockenverseuchte und von ihm verabscheute Ebene zu verpflanzen, um es den Fulbe dienstbar zu machen und Ruhe vor seinen bisherigen Räubereien zu haben, wie dies vorgeschlagen worden ist, hieße ihm den Todesstoß versetzen und der wirtschaftlichen Entwicklung des Bezirks einen schwe-ren Schaden zufügen. Heidenorte wie Packa, Kamale, Mogundi, Humumsi usw. schätze ich auf je 3000 bis 4000 Einwohner und die Gesamtzahl der Mandarabe-wohner überschläglich auf ¼ Million niedrig gerechnet. Wie es nun hier gelungen ist, mit einer großen Anzahl von Heidenorten friedlich in Verbindung zu treten und sie davon zu überzeugen, daß der Weiße nicht als ihr Feind ins Land gekommen ist, trafen gleich günstige Berichte vom Posten in Ssagdje über seine friedlichen Erfolge bei den Bewohnern des Ssari-Massivs ein, die er auf etwa 200.000 Köpfe schätzt. Damit werden die bis-herigen Räubereien, die im Grunde genommen nur Wiedervergeltungsakte sind, ganz von selbst aufhören. Notwendig ist die dauernde Verbindung der Regierung mit den Heiden, um sie durch die Ausbeutung durch die Fulbes zu schützen, ihre Klagen anzuhören und ihr Vertrauen zu gewinnen sowie diese große Arbeitskraft schon jetzt auf die wirtschaftlichen Ziele des Bezirks zu richten. So habe ich sofort dem Posten in Ssagdje mehrere Lasten Baumwollsaat zugehen lassen und dort ebenso wie in den von mir bereisten Gegenden eine Belohnung von 2 Mark für je 20 Kilogramm entkernte Baumwolle ausgesetzt. Die schwache Seite des Volkes ist die Selbstherrlichkeit des einzelnen und die Ohnmacht seiner nominellen Oberhäupter, die uns zur Zeit noch nötigen, die einzelnen Heidenorte, unter Kontrolle, den Fulbeherrschaften zu belassen. Die wirtschaftliche Zu-kunft des Bezirks liegt aber zweifelsohne in den Händen dieser kräftigen und aufstrebenden Bergbewohner und ist damit auf eine gesündere und besser gesicherte Grundlage gestellt, als die im Niedergang befindlichen Fulbes bislang boten.«