Für die Nachrichtenverbreitung durch die Behörden gibt es den öffentlichen Aushang. In Tanga und Dares-salam sind auch vor Ort gedruckte Zeitungen erhältlich. Die Reichspost hat ein Verteilernetz über Boten. Die ein-geborenen Eilboten sind ausdauernd und sicher und nutzen die »Buschpost« der örtlichen Eingeborenen zum Auffinden des entlegendsten Postens und des Reisen-den tief im Busch. Bei Ablösung der Boten durch Relais erreicht die Briefpost eine durchschnittliche Tagesge-schwindigkeit von 150 Kilometern. Müssen die Boten nachts laufen, so sind sie zu zweit und jeder mit einem brennenden Holzscheit ausgerüstet, dessen Feuer si-cher vor Raubtieren schützt.
Die Briefe werden in Ledertaschen befördert. Hat ein Bote nur einen einzelnen Brief zu tragen, so steckt der Brief an einem vorne gespaltenen Holz- oder Bambus-stock. So wird der Brief nicht durch den Schweiß des Trägers unleserlich. Ist dem Boten der Adressat des Briefes unbekannt, hält er jedem Europäer am Weg den Brief hin, auf daß dieser ihn vielleicht für sich erkennt oder nähere Auskunft über den Aufenthaltsort des Adressaten geben kann. Ist der Brief offen oder mit einem ausdrücklichen Vermerk versehen, so ist dies die Aufforderung an jeden Weißen Kenntnis vom Inhalt des Briefes zu nehmen, damit auch er bestmöglichen Gebrauch von der Mitteilung machen kann.