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Seekabel

Das einzige Überseekabel, das aus Deutsch Ostafrika herausführt, ist das der Eastern and South-African Tele-graph Company gehörige, dem Deutschen Reich ver-mietete Kabel Sansibar-Bagamojo, das auf der kürzes-ten Strecke zwischen der Insel und Deutsch Ostafrika, eben nach Bagamojo, liegt. Das Bagamojo-Kabel ist ein Verbindungskabel zum Hauptkabel Kapstadt-Europa. Von Sansibar geht jeweils ein Kabel nach Aden und Europa und eines nach Mosambik und weiter nach Kap- stadt. Über das Sansibar-Kabel laufen die amtlichen, ge-schäftlichen und privaten Telegramme nach Deutsch-land. Allgemeine Nachrichten aus Deutschland und der Welt kommen über das Sansibar-Kabel in knapp gehal-tenen Telegrammen vom Wolffschen Nachrichtenbüro. Die ausführlicheren Nachrichten des britischen Nach- richtenbüros Reuter, aus London nach Sansibar geka-belt, kommen schriftlich mit dem Schiff von Sansibar nach Daressalam.

Eine weitere Auslandsverbindung ist das Telegraphen-kabel von Daressalam entlang der Mittellandbahn bis Kigoma und von dort mit der Überlandleitung am Ost-ufer des Tanganijkasees bis zur Station Bismarckburg, von wo Anschluß an die britische Überlandleitung durch Rhodesien und Südafrika nach Kapstadt mit der dorti-gen englischen Kabelverbindung nach Europa besteht. Diese Verbindung nach Deutschland wird weniger ge-nutzt, da die Verbindung über Aden schneller ist. Das heißt allerdings auch, das Großbritannien in politisch brisanten Zeiten den Kabelverkehr vollständig kontrol-lieren und, wenn gewollt, stören oder ganz beenden kann. Der Briefverkehr Deutschland-Deutsch Ostafrika dauert drei Wochen und ist somit als schnelle Nach- richtenverbindung gänzlich ungeeignet.

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Post

Für die Nachrichtenverbreitung durch die Behörden gibt es den öffentlichen Aushang. In Tanga und Dares-salam sind auch vor Ort gedruckte Zeitungen erhältlich. Die Reichspost hat ein Verteilernetz über Boten. Die ein-geborenen Eilboten sind ausdauernd und sicher und nutzen die »Buschpost« der örtlichen Eingeborenen zum Auffinden des entlegendsten Postens und des Reisen-den tief im Busch. Bei Ablösung der Boten durch Relais erreicht die Briefpost eine durchschnittliche Tagesge-schwindigkeit von 150 Kilometern. Müssen die Boten nachts laufen, so sind sie zu zweit und jeder mit einem brennenden Holzscheit ausgerüstet, dessen Feuer si-cher vor Raubtieren schützt.

Die Briefe werden in Ledertaschen befördert. Hat ein Bote nur einen einzelnen Brief zu tragen, so steckt der Brief an einem vorne gespaltenen Holz- oder Bambus-stock. So wird der Brief nicht durch den Schweiß des Trägers unleserlich. Ist dem Boten der Adressat des Briefes unbekannt, hält er jedem Europäer am Weg den Brief hin, auf daß dieser ihn vielleicht für sich erkennt oder nähere Auskunft über den Aufenthaltsort des Adressaten geben kann. Ist der Brief offen oder mit einem ausdrücklichen Vermerk versehen, so ist dies die Aufforderung an jeden Weißen Kenntnis vom Inhalt des Briefes zu nehmen, damit auch er bestmöglichen Gebrauch von der Mitteilung machen kann.