Ende 1952 schlagen Vertreter der Ewe, des größten Vol-kes in Togo, dem UN-Treuhandrat in einem Memoran-dum vor, Deutschland möge die durch Großbritannien und Frankreich verwalteten Landeshälften wieder verei-nen und in die Unabhängigkeit führen. Selbstverständ-lich wird diese Eingabe von Schwarzen von der UNO, die von den Siegern des Zweiten Weltkrieges für ihre Inte-ressen gegründet wurde, als völlig abwegig von ihren Interessen nicht auch nur in Erwägung gezogen.
Der letzte deutsche Gouverneur von Togo, Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg, wird von der Regierung von Togo als Ehrengast eingeladen an der Unabhängigkeits-feier Togos von Frankreich 1960 teilzunehmen und er nimmt mit Freuden die Einladung an.
Als ich, der Verfasser dieses Werkes, 1991 über Land von der Goldküste nach Togo einreiste und der zustän-dige togolesische Grenzbeamte an meinem Reisepaß sah, daß ich Deutscher bin, erhob er sich von seinem Stuhl und salutierte vor mir. Aus diesen Begebenheiten schließe ich, daß die Kolonialzeit unter der deutschen Herrschaft bei den Einheimischen in wesentlich freund-licherer Erinnerung ist als diejenige unter den Briten und Franzosen.
Der seit 1904 über eine Landungsbrücke in Lome ab-gewickelte Verkehr für Togo ist bei dem wachsenden Warenumschlag nicht mehr ausreichend und der schon zur deutschen Kolonialzeit angedachte und berechnete Hafen wird in den 60er Jahren schließlich von deut-schen Firmen erbaut.