Wie aus allen deutschen Kolonien sollen auch in Samoa alle Deutschen ausgesiedelt, das heißt, wenn notwendig unter Gewaltanwendung vertrieben und ihr Vermögen zugunsten der Kriegssieger vollständig enteignet wer-den. Eben die ›Gerechtigkeit‹ der Sieger des von ihnen begonnenen Weltkrieges, die ausschließlich an ihren gottlosen, selbstsüchtigen Zielen interessiert sind. Doch die Samoaner wehren sich gegen die Vertreibung der Deutschen, die mit Samoanerinnen verheiratet sind. Um sich nicht zuviel Unmut der Einheimischen auf sich zu ziehen, gestehen die Neuseeländer mit Eingeborenen verheirateten Deutschen den weiteren Aufenthalt zu und Enteignen sie auch nicht, was gleichzeitig die Ent-eignung der mit ihnen verheirateten Samoanerinnen bedeuten würde. Da etwa die Hälfte der Deutschen auf Samoa einheimische Frauen geheiratet haben, bleibt ein Teil der kleineren deutschen Plantagen in deutscher Hand.
Die Neuseeländer zwingen den hauptsächlich am Strand liegenden Dörfern der Samoaner Toilettenhäuser am Strand auf, wo doch seit Jahrtausenden die Flut das Geschäft erledigte, und nun verschandeln die Klohütten den Strand. Schlimmer ist, daß die Neuseeländer den Samoanern ihre freien Sitten verbieten, so daß Avanga, das freie Leben der weiblichen und männlichen Jugend-lichen untereinander, verboten wird und ihnen die christliche Ehe aufgezwungen wird. Die Deutschen Her-ren hatten sich in all diese Angelegenheiten des samo-anischen Lebens kein bißchen eingemischt.
Die neuseeländische Mandatsverwaltung ist ein Total-versagen. Mit mehr weißen Beamten als zur deutschen Zeit wird nichts geleistet und schließlich beginnt die Bevölkerung sich gegen die neuseeländische Mißwirt-schaft zu wehren. Im Dezember 1928 wird eine friedliche Massendemonstration gegen die neuseeländische Be-setzung von neuseeländischen Soldaten gewaltsam auf-gelöst. Elf Demonstranten, darunter Tupua Tamasese Lealofi III, der Führer der samoanischen Unabhängig-keitsbewegung, werden getötet, mehr als 50 Menschen verletzt.