Die gesamte Fläche von Mosambik beträgt 801.590 qkm, davon fallen Deutschland 387.940 qkm zu, also etwa die Hälfte der ostafrikanischen Kolonie Portugals, während die andere Hälfte England zufällt. Nordmosambik hat etwa zwei Millionen Einwohner. Außer der Bantuvölker, also Negern, gibt es an der Küste auch Araber und Inder. Im Süden von Deutsch Ostafrika wohnen teilweise die selben Stämme wie im Norden von Portugiesisch Ost-afrika etwa wie die Wamakua.
Die Ausfuhr des Nordens von Mosambik betrifft wenige typische Tropenprodukte. Seitdem die Deutschen in Deutsch Ostafrika den Sisalanbau eingeführt haben wird auch in Portugiesisch Ostafrika etwas Sisal angebaut und Zuckerrohr, wie es eben die tropische Lage ermög-licht.
Der ganze Norden Mosambiks ist drei gewaltigen Kon-zessionsgesellschaften übergeben, welche hauptsäch-lich mit englischem und französischem Kapital arbeiten. Das wirtschaftliche Zentrum Mosambiks liegt im Süden und wird englische Kolonie. Der nördliche, deutsche Teil von Mosambik, das zukünftige Deutsch Mosambik, ist wirtschaftlich wesentlich schlechter entwickelt als der Süden und besitzt auch keine Bahnlinie.
Nordmosambik ist landschaftlich vergleichbar mit Deutsch Ostafrika. Viele Trockenwälder überziehen das Land, aber mehr Flüsse als in Deutsch Ostafrika durch-ziehen die Landschaft. Wegen der Tsetsefliege ist je-doch kein Viehbestand vorhanden. Im ganzen gibt es aber weniger Tsetsefliegenbefall als in einigen Gegen-den von Deutsch Ostafrika. In einigen Gebieten von Nordmosambik findet sich die schlimmste Form der Schlafkrankheit.
Die Portugiesen beherrschen das Land durch ihre auf Hügeln errichteten Bomas. Ihre Siedlungen sind aber nichts als Ansammlungen von Baracken. Sie führen eine Gewaltherrschaft gegenüber den Einheimischen. Portu-giesische Beamte, Militärs, farbige Regierungsangestell-te und Askaris nehmen ohne Bezahlung von den Ein-heimischen was sie wollen und verlangen unbezahlte Arbeitsdienste. Besonders die Askaris plündern und ihre portugiesischen Herren lassen sie gewähren. Das die schwarze Bevölkerung nur ausgebeutet wird ist er-sichtlich am fast völligen Fehlen von Baumwolltüchern und Stoffen, die bei den Schwarzen so beliebt sind, die sie aber nur gegen Geld erwerben können, welches sie bei den Ausbeutungsmethoden der Portugiesen nicht in die Hand bekommen. Zum Teil gibt es äußerst brutale Strafmethoden und so sind die Portugiesen verhaßt bei der Bevölkerung in Mosambik.
Das Gouvernement in Daressalam beurteilt die wirt-schaftlichen Möglichkeiten von Nordmosambik als un-günstig. Die miserabele portugiesische Verwaltung hat keine Entwicklung vorangetrieben, sondern ausschließ-lich aus dem Land gelebt, ohne etwas für das Land zu tun.