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Die Strategie

Rudolf Augstein, jahrzehntelang Herausgeber des Nach-richtenmagazins DER SPIEGEL, führte in einem Artikel in der SPIEGEL-Ausgabe 51 von 1998 Passagen einer eng-lischen Zeitung auf, die hier wiedergegeben seien. Aug-stein schreibt:

»Wie sehr die Briten nach Napoleon und den Zaren das neue Deutsche Reich als ärgstes Feindbild ausmachten, zeigen die mir bisher nicht bekannten Artikel der Satur-day Review. Im August 1895 war zu lesen: „Wir Englän-der haben bisher stets gegen unsere Wettbewerber bei Handel und Verkehr Krieg geführt. Unser Hauptwett-bewerber ist heute nicht mehr Frankreich, sondern Deutschland.“

Am 1. Februar 1896 folgt ein weiterer Artikel: „Wäre morgen jeder Deutsche beseitigt, so gäbe es kein engli-sches Geschäft noch irgendein englisches Unterneh-men, das nicht zuwüchse. Verschwände jeder Engländer morgen, so hätten die Deutschen im gleichen Verhältnis ihren Gewinn. Einer von beiden muß das Feld räumen. Macht euch fertig zum Kampf mit Deutschland, denn Germania est delenda“, frei nach Cato also: Deutschland muß zerstört werden.

Am 11. September 1897 erschienen folgende Kernsätze: „Überall, wo die englische Flagge der Bibel und der Han-del der Flagge gefolgt ist, bekämpft der deutsche Han-delsmann den englischen. Aus einer Million von Strei-tereien um Kleinigkeiten fügt sich die größte Kriegsur-sache zusammen, von der die Welt jemals gehört haben wird. Würde Deutschland morgen ausgelöscht, so gäbe es übermorgen weltein, weltaus keinen Engländer, der nicht seinen Gewinn davon hätte. Staaten haben jahre-lang um eine Stadt oder ein Thronfolgerecht Krieg ge-führt; und da sollten wir nicht Krieg führen, wenn ein jährlicher Handel von fünf Milliarden auf dem Spiel steht?“ Auch dieser Artikel kommt zum Ergebnis des vorangegangenen: Germania est delenda.

Vermutlich trafen diese Einschätzungen die Stimmung vieler Leser; keiner der in der Zeitschrift üblichen zahl-reichen Leserbriefe kritisierte sie oder wenigstens die Schlußfolgerung, Deutschland müsse zerstört werden.«

Soweit Rudolf Augstein und die Passagen aus der engli-schen Zeitschrift Saturday Review.


Der amerikanische Historiker Eustace Mullins schrieb: »The bankers had been waiting since 1887 for the United States to enact a central bank plan so that they could finance a European war among the nations whom they had already bankrupted with armament and „defense“ programs.« / »Die Bankiers warteten seit 1887 darauf, daß die Vereinigten Staaten einen Zentralbankplan schaffen, sodaß sie einen Krieg zwischen den Völkern in Europa finanzieren könnten, welche sie schon durch Rüstungs- und „Verteidigungs“-Programme bankrott gemacht hatten.«

1913 schaffen es Banker der Wall Street den Federal Reserve Act als US-Gesetz durchzudrücken, wonach ihnen nun der Dollar als Privateigentum gehört. Über die von ihnen eingerichtete Federal Reserve Bank mit ihren zwölf Gebietsbanken in den USA, eine private Aktiengesellschaft im Besitz einiger Familien des Geld-adels, können sie jetzt Geld erfinden soviel sie wollen, einfach indem sie es aus dem Nichts auf eines der Konten der FED gutschreiben. Dieses erfundene Geld können sie dann an die USA gegen Zinsen verborgen. Deshalb ist die USA heute unendlich verschuldet – bei den Eigentümern der FED.

Der amerikanische Kongreßabgeordnete Charles Au-gustus Lindbergh, der Vater des berühmten Atlantikflie-gers, nennt das Gesetz „das schlimmste Gesetzesver-brechen aller Zeiten. Das Finanzsystem ist einer Gruppe übergeben worden, die nur auf Profit aus ist. Das System ist privat und wird nur zu dem Zweck benutzt, aus dem Gebrauch des Geldes anderer Leute den größtmögli-chen Profit zu erzielen.“

Der US-Kongreßabgeordnete Louis McFadden: „Einige Menschen denken, daß die Federal Reserve-Banken Institutionen der US-Regierung sind. Es sind aber pri-vate Monopole, die das Volk dieser Vereinigten Staaten ausbeuten; in ihrem eigenen Interesse und dem von Spekulanten im In- und Ausland und im Interesse von reichen und räuberischen Geldverleihern.“


Spätestens 1904 beginnen die Vorbereitungen Englands für den Angriffskrieg auf Deutschland. In diesem Jahr wird die Entente Cordiale (Herzliches Einverständnis) zwischen England und Frankreich geschlossen, auf der Grundlage des Ausgleichs der beiden Länder in Kolo-nialfragen. Großbritannien erhält Ägypten als alleinige Einflußsphäre und Frankreich Marokko und Madagas-kar. Dabei ist aber Marokkos weitgehende Unabhängig-keit durch das Madrider Abkommen, das 1880 zwölf Staaten, darunter die USA, England, Frankreich und Deutschland, und auch Marokko selbst, unterzeichnet haben, offensichtlich im Wege und seine Beseitigung von den neuen Verbündeten England und Frankreich, die seit tausend Jahren in Gegnerschaft und Krieg unter-einander gelebt haben, einkalkuliert.

Der englische Politiker David Lloyd George: „Im Jahre 1904 kam ich zu einem kurzen Besuch zu Lord Rose-berry, der 1894 Nachfolger von Gladstone als Premier-minister geworden war. Er sagte zu mir, daß dieser Ver-trag von 1904 nicht Sicherheit bedeutet, sondern letzt-endlich den Krieg mit Deutschland.“

Nun beginnen die militärischen Vorbereitungen. Die russische Niederlage im russisch-japanischen Krieg 1904/05 und der britisch-japanische Vertrag in seinem Gefolge erleichtern den Abzug der fünf englischen Schlachtschiffe, die in Hongkong stationiert sind. Die Entente mit Frankreich gestattet auch den Abzug aller britischen Großkampfschiffe aus dem Mittelmeer, aus-genommen drei Schlachtkreuzer. 1914 stehen nur zwei alte Schlachtschiffe im Ausland, Triumph und Swiftsure und der Schlachtkreuzer Australia, alle anderen engli-schen Großkampfschiffe stehen in der Nordsee gegen Deutschland.

Am 10. Januar 1906 genehmigt der englische Außenmi-nister Edward Grey die Aufnahme von Besprechungen zwischen dem britischen und dem französischen Gene-ralstab.

Schon 1906 beteiligt sich auch der britische Generalstab unter voller logistischer und geheimer Zusammenarbeit der belgischen Heeresführung an simulierten Manö-vern in ganz Belgien, bei denen der Einsatz eines briti-schen Expeditionsheeres auf dem Kontinent geprobt wird. Die Öffentlichkeit wird über diese Pläne nicht un-terrichtet.

1906 gelangt auch durch einen Verräter für 60.000 Franc der Schlieffenplan in den Besitz der französischen Armee. Der Schlieffenplan ist der deutsche Operations-plan gegen Frankreich im Falle eines Krieges mit Frank-reich.

Seit 1906 läuft denn auch die antideutsche Propaganda in den englischen Zeitungen. So 1908 in der Daily Mail ein Fortsetzungsroman: Die Invasion von 1910. In diesem Roman wird eine deutsche Invasion Englands eben im Jahre 1910 geschildert. Hunderte von Plakatklebern be-kommen für die Werbung dafür preußische Uniformen angezogen und preußische Pickelhauben aufgesetzt und arbeiten in dieser Aufmachung in London. Das Volk wird durch die Propaganda der Presse antideutsch einge-stimmt für den geplanten Krieg gegen Deutschland.

Im Juni 1906 kommt das Committee of Imperial Defense Großbritanniens zu dem Schluß, daß zu Beginn eines Krieges gegen Deutschland eine Landung von engli-schen Truppen an der Nordwestküste Frankreichs auf jeden Fall von Vorteil sei. 1909 wird diese Strategie be-stätigt.

Ignaz Trebitsch, ein ungarischer Jude, der nach einem evangelischen Theologiestudium in Hamburg als Luthe-raner getauft wurde und eine Hamburger Kapitänstoch-ter heiratete geht 1906 im Auftrag des Geheimdienstes der britischen Regierung nach Belgien und eröffnet ein Büro mit 70 Mitarbeitern, welches getarnt ist als For-schungsbüro der Lage der Arbeiter in Belgien. Von 1906 bis 1910 wird Belgien von diesem kostspieligen Büro in 3½ Jahren für militärische Zwecke vollständig erfaßt. Eine Anlandung britischer Truppen wird unterstützt durch die Einrichtung von Lagern der englischen Armee in Belgien. Ein schwerer Verstoß der Neutralität des sich selbst als angeblich neutral gebenden Belgien.

Ignaz Trebitsch flieht im Februar 1915 von England in die USA. In seiner Autobiographie schreibt er:

»Als die Freiheitsstatue, dieses Wahrzeichen Amerikas, sichtbar wurde, wußte ich, daß die USA ihren jüngsten Journalisten empfingen. Es gibt eine einzige Möglichkeit für einen Journalisten, bekannt und reich zu werden: durch Sensation. Und die hatte ich vorbereitet: eine ententefeindliche Artikelserie, die mir meine Wut auf England diktiert hatte. Ich wies nach, daß England die-sen Krieg provoziert hätte, ganz und gar aus materiellen, selbstsüchtigen Motiven. Die Behauptung einer Kriegs-schuld Deutschlands sei die größte Fälschung und zu-gleich die größte Infamie der Weltgeschichte!«

Der Artikel erscheint in der New York American. In diesem Zeitungsartikel schreibt Trebitsch: »In meinem demnächst erscheinenden Buch entlarve ich die wahre Geschichte des Kriegsausbruchs und daß die Verant-wortung dafür unbestreitbar bei Großbritannien liegt. Der britische Geheimdienst weiß das alles, und er kennt meine Vergangenheit.« Sein Buch erscheint kurz darauf mit dem Titel Geständnisse eines internationalen Spions.

1907 erweitert sich die Entente Cordiale durch den Bei-tritt Rußlands zur Triple Entente. Das englisch-französi-sche Bündnis von 1904 und das englisch-russische Bündnis von 1907 schließen den Ring um das Deutsche Reich.

Während der Zweiten Marokkokrise von 1911 rücken die beiden Ententepartner England und Frankreich noch enger zusammen. In der Krise verabreden die bei-den Generalstäbe einen gemeinsamen Operationsplan für den Fall eines Krieges gegen Deutschland. Am 20. Juli 1911 unterzeichnen der Chef des Generalstabs der französischen Armee und der Chef der Operationsabtei-lung im britischen Kriegsministerium eine Militärkon-vention mit detaillierten Bestimmungen über die Teil-nahme von Großbritannien an einem Krieg gegen Deutschland. Festgelegt werden die drei Häfen, in denen das britische Expeditionskorps anlanden soll: Rouen, Le Havre und Boulogne. Vereinbart wird eine britische Kampfstärke von 123.000 Mann, 52.000 Pferden und 492 Geschützen. Auch die Bahnlinien, über die die briti-schen Truppen mit 42 Zügen täglich in den Aufmarsch-raum vorrücken sollen, sind aufgeführt. Alles muß so beendet sein, heißt es in dem Papier, daß die britische Armee am 16. Mobilmachungstag in die Operationen eingreifen kann.

1912 unterschreibt Frankreich ein geheimes Flottenab-kommen mit Rußland und England. So wird 1912 eine Ar-beitsteilung in der englischen und französischen Ma-rinepolitik vorgenommen. Frankreich zieht seine Kanal-flotte ins Mittelmeer, England den größten Teil seiner Mittelmeerflotte in die Heimatgewässer. Diese Abma-chungen der General- und Admiralstäbe wird auf poli-tischer Ebene ergänzt durch den Briefwechsel zwischen dem englischen Außenminister Edward Grey und dem französischen Botschafter in London, Paul Cambon, vom 22. und 23. November 1912, der zwar keine Verpflichtung zu unbedingter Hilfeleistung im Falle eines Krieges mit Deutschland bedeutet, sondern nur zur Beratung, aber eine starke moralische Bindung Englands an Frankreich darstellt. Es handelt sich um geheime Vereinbarungen, in die weder die Parlamente noch die meisten Minister Englands und Frankreichs eingeweiht sind. Gewisse Kreise in England und Frankreich agieren auf höchster Ebene, um ihre Völker in einen Krieg gegen Deutsch-land zu treiben.

Nach dem Stand von 1914 belaufen sich die ausländi-schen Investitionen Frankreichs auf umgerechnet neun Milliarden Dollar. Nur die englischen Auslandsinves-titionen sind höher. Daß Italien mit französischem Geld aus dem Dreibund mit Österreich und Deutschland ab-geworben werden kann, liegt im italienischen Kapital-mangel begründet. Das gleiche gilt für Rußland. Das ka-pitalstarke Frankreich hat Rußland mit seinen chroni-schen Zahlungsbilanzschwierigkeiten aus dem Bündnis mit Deutschland herausgekauft. Hinter der Kapitalstär-ke Frankreichs finden sich die Pariser Rothschilds, die natürlich eng verbunden sind mit ihren nächsten Ver-wandten, den Londoner Rothschilds, die den englischen Finanzmarkt beherrschen.

Unter der Last eines aufgeblähten Militäretats schiebt Rußland die größte Auslandsverschuldung der Welt vor sich her und muß dafür überdurchschnittlich hohe Zin-sen zahlen. Vor allen Dingen stecken die Franzosen viel Geld in die Modernisierung ihres russischen Alliierten – angefangen mit der Ausgabe des ersten Kredits von Pa-ris im Oktober 1888 bis zu dem entscheidenden Angebot von 1913, Rußland unter der Bedingung 500 Millionen Francs zu leihen, daß das russische strategische Eisen-bahnsystem in den polnischen Provinzen stark erweitert wird, damit die »russische Dampfwalze« schneller mobi-lisiert werden kann, um Deutschland zu erdrücken. Dies ist die deutlichste Demonstration der französischen Fähigkeit, finanzielle Stärke einzusetzen, um die eigene strategische Lage zu verbessern. Es liegt darin allerdings eine merkwürdige Rückwirkung, denn je effizienter das russische Militär wird, desto besser müssen die Deut-schen vorbereitet sein, Frankreich schnell zu schlagen, um sich dann mit all ihren Kräften gegen Rußland wenden zu können.

In Rußland wird die Regierung von einer prodeutschen, gegen einen Krieg eingestellten Regierung, in eine Kriegspartei gegen Deutschland verwandelt. Wladimir Suchomlinow übernimmt im März 1909 den Posten des Kriegsministers. Die russischen Kriegspläne werden in seiner Amtszeit als Kriegsminister auf eine Auseinan-dersetzung mit Deutschland als Hauptgegner umge-stellt, zuvor sah man noch England als Hauptgegner an. 1913 wird dann das russische Militärprogramm aufge-legt bis 1917 die russische Armee dreimal größer als das deutsche Heer zu machen. Ebenfalls 1913 verlängert Frankreich die Militärpflicht von zwei auf drei Jahre, wo-mit mit einem Schlag das stehende französische Heer um 50 % vergrößert wird. Im Bündnis Frankreichs mit Rußland kommt das auf eine absichtliche, tödliche Be-drohung Deutschlands heraus.

Der russische Außenminister Sergej Sasonow:

„Die Friedensliebe des deutschen Kaisers bürgt uns da-für, daß wir den Zeitpunkt des Krieges selbst zu bestim-men haben.“

Im Februar 1914 wird der gemäßigte, auf Ausgleich mit Deutschland bedachte russische Ministerpräsident Wladimir Kokowzow gestürzt und durch den rechts-konservativen Iwan Goremykin ersetzt, einem Vertreter politischer Interessen nationalistischer Gruppen.

Vom 2. bis zum 15. April 1914 findet im europäischen Teil Rußlands eine Probemobilmachung von 510.000 Mann Landwehrtruppen für zwei bis vierwöchige Manöver statt.

Nach einem Besuch in London meldet der russische Außenminister Sasonow dem Zaren:

„Grey erklärte mir ohne zu schwanken, wenn die frag-lichen Umstände eingetreten seien, werde England alles daran setzen, um der deutschen Machtstellung den fühlbarsten Schlag zuzufügen … Der König drückte sich noch viel entschiedener aus.“

Zum Neujahr 1914 veröffentlicht die Zeitschrift Raswet-schik, ein Sprachrohr des russischen Generalstabs, ei-nen Leitartikel, in dem zu lesen ist:

»Doch nicht nur die Truppe, das ganze russische Volk muß daran gewöhnt werden, daß wir uns zum Vernich-tungskampf gegen die Deutschen rüsten und daß die deutschen Reiche [Damit sind Deutschland und Öster-reich gemeint] vernichtet werden müssen, auch wenn wir dabei Hunderttausende von Leben verlieren müs-sen.«

Im Januar 1914 läuft eine fünfteilige Serie in der Pariser Zeitung Le Matin über Rußlands Kriegsziele. Autor ist ihr Chefredakteur, der sich in Petersburg mit Außen-minister Sergej Sasonow und hohen Offizieren getroffen hat. In der Artikelserie findet sich eine Landkarte mit der Überschrift »Der Kriegsplan Rußlands«. Sie zeigt die mit französischen Krediten gebauten, auf Deutschland und Österreich zulaufenden Bahnlinien und die »außer-gewöhnliche Ansammlung von Streitkräften an der russisch-preußischen Grenze« sowie die Stellungen der russischen Armeekorps.

Ab dem Frühjahr 1914 ist die Entente zum Überfall auf Deutschland bereit. Am 29. Mai 1914 berichtet Edward House, US-Präsident Woodrow Wilsons Hauptberater und Amerikas graue Eminenz, von seiner Europareise:

«Wann immer England sein Einverständnis geben wird, werden Frankreich und Rußland gegen Deutschland und Österreich vorgehen.«

Am 13. Juni 1914 beschreibt die russische Tageszeitung Birschewija Wedomosti (Börsennachrichten) die gewal-tige Streitmacht, die im Kriegsfall Deutschland überrol-len werde. In Berlin weiß man, daß Kriegsminister Wla-dimir Suchomlinow den Artikel veranlaßt hat. Kaiser Wilhelm kommentiert: „Na! Endlich haben die Russen die Karten aufgedeckt.“

Anfang 1914 wird Admiral Albert Huguet zum Komman-deur des französischen Geschwaders im Fernen Osten ernannt und trifft sich mit dem englischen Admiral Martyn Jerram, dem Befehlshaber der China Station der Royal Navy, in Hongkong mit Vorschlägen der französi-schen Regierung für ein gemeinsames Vorgehen gegen das deutsche Ostasiengeschwader im Kriegsfall. Im Juni 1914 wird von Huguet für das französische Fernostge-schwader Kriegsbereitschaft befohlen, in der Vorberei-tung auf den Krieg mit Deutschland.

Die weltweite Vorbereitung auf den Krieg gegen Deutschland ist abgeschlossen. Es fehlt nur noch ein Grund für den Krieg, den man dem französischen, eng-lischen und russischen Volk vorspiegeln kann. Diese Völker haben bereits die gewaltigen Lasten der Aufrüs-tung ihrer Staaten tragen müssen, für den Angriffskrieg gegen Deutschland.

Ein Vergleich der Staatsausgaben der größten Länder Europas von 1900 bis 1914 zeigt folgendes Bild:

                           Deutschland England Frankreich Rußland

Rüstung                      36 %          49 %            37 %         36 %

Kolonien                       1 %             2 %               3 %           0 %

Soziale Ausgaben    3 %             0 %              0 %           0 %

Schuldendienst       17 %           25 %           30 %        36 %

Militärausgaben und Zinsen machen in Deutschland 53 % des Staatshaushaltes aus, in Frankreich 67 %, in Ruß-land 72 % und in England 74 %. Wie reich hätten die Völker Europas ohne die Flotten, Armeen und die Tributzahlungen, genannt Zins und Zinseszins, an die Eigentümer der Banken sein können? An der Spitze der Bankenpyramide der Welt steht die Familie Rothschild.

Es gibt vordergründige Gründe für den Angriffskrieg auf Deutschland und hintergründige für diesen Krieg, in dem der Hauptkriegstreiber England ist, ohne den sich weder Frankreich noch Rußland noch beide zusammen in einen Krieg gegen Deutschland einlassen würden. Selbstverständlich sind nicht die Völker die Planer und Macher von Kriegen, sondern ihre Regierungen und die mächtigen Kräfte, die diese Regierungen beeinflussen, dem Volk völlig unbekannte Geheimgesellschaften und Bankiers mit ihren selbstsüchtigen Zielen auf Kosten der Völker. Vordergründig für England ist die ständig wachsende Wirtschaftsmacht Deutschlands, im Gegen-satz zum bereits im Niedergang befindlichen britischen Weltreich. Auch die deutsche Flotte wird angeführt, aber ein Vergleich der Flottenstärken zeigt sofort, daß die deutsche Flotte gegen die Verbündeten England, Frankreich und Rußland hoffnungslos unterlegen ist. England muß sich nie durch die deutsche Flotte bedroht fühlen. Die deutsche Kriegsflotte hat sich zwar seit 1900 von 285.000 auf 1.305.000 Tonnen vergrößert, die briti-sche aber auch von 1.065.000 auf 2.714.000. Gleichzeitig hat sich die Flottenstärke Rußlands auf 679.000 erhöht und die Frankreichs auf 900.000. Ein Verhältnis von 1,3 zu 4,3 an Kriegsschifftonnage – mehr als das Dreifache gegen Deutschland. Große Flottenbauprogramme lau-fen in England, Frankreich und Rußland, die das deut-sche bei weitem übertreffen.

Frankreich will Elsaß-Lothringen, das seit weit über tau-send Jahren deutsch ist, seit dem Anbeginn der Tren-nung deutscher und französischer Kulturwelt, und das Frankreich durch Kriege an sich gerissen hat, aber seit 1870 wieder zum Deutschen Reich gehört, ohne jedes Recht wieder an sich reißen. Als 1872 eine Volksabstim-mung in Elsaß-Lothringen stattfindet, stimmen nur 10,4 % für Frankreich. Von diesen 10,4 % entscheiden sich 3,2 %, 50.000 Menschen, nach Frankreich zu gehen unter Mitnahme oder freier Veräußerung ihres Hab und Gu-tes. Bei den Wahlen in Elsaß-Lothringen von 1911 gehen von den 61 Mandaten 60 an deutsche Kandidaten und nur eins an einen französischen Nationalisten.

Der nächste Grund für die französische Regierung gegen Deutschland Krieg zu führen ist natürlich die Brechung der deutschen Wirtschaftsmacht, die sich Deutschland aber selbst aufgebaut hat, ohne irgend-jemanden dabei zu schädigen.

Die Regierung von Rußland hat überhaupt keinen Grund, außer ihr finanzielles Desaster, das sie sich durch ihre sinnlose Überrüstung selbst aufgehalst hat, für einen Krieg gegen Deutschland, ist aber noch kriegs-fanatischer eingestellt als selbst die französische Regie-rung. Hätte England nicht dem zaristischen Rußland massive Unterstützung im Kriegsfall gegen Deutschland zugesagt – noch im Juni 1914 gibt es militärische Geheimgespräche zwischen England und Rußland – das Zarenreich hätte nicht den geringsten Grund für einen Krieg, in dem es dann auch ausgelöscht wird.

Daß England die Ursache für den kommenden Welt-krieg ist bestätigt Winston Churchill 1930 in seinem Buch My Early Life. Über die beiden großen Parteien in Großbritannien schreibt er:

»Die Konservativen herrschten nun [seit 1895] über das Land für die nächsten zehn Jahre, während denen sie eine Reihe von Kriegen ausfochten. – Und dann kamen die Liberalen und machten den größten aller Kriege.«

Doch nicht diese offensichtlichen Erscheinungen sind der tatsächliche Grund für das kommende Verderben der Welt, sondern die Mächte dahinter, reiche und mächtige Geheimgesellschaften wie der am 1. Mai 1776 von Adam Weishaupt im Rothschild-Auftrag gegrün-dete Illuminaten-Orden, der seitdem in allen hohen Führungsebenen in Europa seine Leute positioniert hat. Was ist das Ziel der Rothschilds? Kriege kosten enorm viel Geld. Und ein Weltkrieg erst recht. Von wem müs-sen die kriegführenden Staaten das Geld für den Welt-krieg borgen? Von den Rothschilds. Wenn alle kriegfüh-renden Staaten, alle kriegführenden Staaten, nach dem Weltkrieg hoch verschuldet sind, an wen müssen sie Zins und Zinseszins zahlen? Von einem Abtrag der Schulden kann gar keine Rede mehr sein. Bei wem müs-sen alle kriegführenden Staaten nach dem Weltkrieg, wie ja auch schon vor dem Weltkrieg, um neue Kredite bitten und unter welchen Bedingungen? Wer stellt die Bedingungen? Damit ist klar, wer und was der wirkliche Grund für die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts und die nachfolgenden Ereignisse und Kriege ist, darunter noch ein Weltkrieg.