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Der Kriegseintritt der USA

Im Januar 1915 ernennt die britische Regierung das New Yorker Bankhaus J. P. Morgan & Co. zum alleinigen Finanzagenten für alle seine Kriegseinkäufe in den USA. Morgan ist auch alleiniger Verkäufer von britischen Kriegsanleihen an Kunden in den USA und vermittelt Bankkredite an England. Bald darauf übernimmt Eng-land die Garantie für alle Kredite seiner Kriegsverbün-deten Frankreich, Rußland und Italien.

Für den weiteren Ablauf der Geschehnisse ist ein Blick auf die Geschichte des Bankhauses Morgan von größter Wichtigkeit. Alles beginnt mit der Reise von George Peabody im Jahre 1835 von Amerika nach London. Pea-body betreibt einen Großhandel mit Textilien und ist auch im Sklavenhandel tätig. Da er mehr und mehr Ge-schäfte mit England abwickelt reist er selbst für die Er-weiterung des Englandhandels 1835 nach London. Bald nach seiner Ankunft in London bekommt er eine über-raschende Einladung von einem Baron Nathan Mayer Rothschild. Als Peabody bei dem schwerreichen Roth-schild erscheint, eröffnet ihm Nathan Rothschild ohne Umschweife, daß die Londoner Aristokratie ihn, den Ju-den Rothschild, nicht mag und Einladungen in sein Haus ablehnt. So schlägt er dem in London unbekann-ten Amerikaner Peabody, der ein Mann von nur beschei-denem Wohlstand ist, vor auf Kosten von Rothschild ein gastfreies Haus mit allem Luxus und Unterhaltungs-möglichkeiten für Peabodys Gäste einzurichten, das schnell zum Gesprächsthema und Anziehungspunkt für die Londoner Oberschicht werden soll. Selbstverständ-lich würde Rothschild auch alle laufenden Kosten für das spendable Etablissement von Peabody zahlen. Über Peabodys daraus entstehenden Geschäftsmöglichkei-ten, auch großzügig unterstützt von Rothschild, würde Nathan Rothschild, ohne daß er oder sein Name irgend-wo in Erscheinung treten würde, durch Peabody als Frontmann in Geschäfte in England einsteigen können, die ihm bisher verwehrt sind. Wie nicht anders zu er-warten schlägt George Peabody in das Geschäft ein. Schnell wird Peabodys Heim ein begehrter Treffpunkt für die Reichen des Landes und sein alljährliches Fest zum 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, ist einer der Höhepunkte des Jahres für die englische High Society. Natürlich macht man auch gerne mit Peabody Geschäfte, der riesige Summen etwa für die Gründung neuer Unternehmungen zur Verfügung hat, und nun auch in den USA groß ins Geschäft kommt.

In Amerika ist Peabodys Geschäftspartner die Bostoner Firma Beebe, Morgan and Company, die von Junius S. Morgan geführt wird. Eines der großen Geschäfte von Peabody ist der Export englischer Eisenbahnschienen für die schnell wachsenden Eisenbahnlinien in den USA. Und im amerikanischen Bürgerkrieg, der 1861 beginnt, wird George Peabody von der Nordstaatenregierung zu ihrem Repräsentanten in allen Finanzgeschäften mit England ernannt. 1864 zieht sich Peabody aus dem Geschäftsleben zurück und da er weder geheiratet noch Nachkommen hat wählt er Junius Morgan als seinen Nachfolger im Geschäft mit den Rothschilds. Durch den Tod von Junius bei einem Pferdewagenunfall an der Rivi-era 1890 übernimmt sein Sohn John Pierpont Morgan das Geschäft und mit dem Hintergrund des gewaltigen Reichtums der Rothschilds wird die J. P. Morgan Bank schnell zur mächtigsten Bank der USA. Die Rothschild-Familie hat mittlerweile durch ihren unendlichen Reichtum und ihre Macht einen so schlechten Ruf, daß sie in den USA lieber hinter der Fassade von J. P. Morgan agiert. Doch da überhaupt kein Erscheinen der Roth-schilds in den Vereinigten Staaten auch Mißtrauen und Verdacht erregen würden, halten die Rothschilds in den USA immer eine offizielle Rothschild-Repräsentanz.


1915 wird das U. S. Committee of Industrial Prepared-ness, das US Komitee für Industrielle Bereitschaft, einer Bereitschaft auf eine Kriegswirtschaft, gegründet, dem auch Bernhard Baruch angehört. 1915 bittet US-Präsi-dent Woodrow Wilson den Wallstreet-Banker Bernard Baruch einen Plan für die Vorbereitung der Industrie der USA auf eine Kriegswirtschaft auszuarbeiten. Aus diesem Plan wird am 9. April 1917 der General Munitions Board und am 28. Juli 1917 der War Industries Board, der Kriegsindustrieausschuß, die oberste US-Behörde für die Herstellung von Rüstungsgütern, seit Januar 1918 geführt von Bernhard Baruch.

Schon am 24. August 1916 richtet US-Präsident Woo-drow Wilson auch den Council of National Defense, den Nationalen Verteidigungsrat, ein, ein Mitglied: Bern-hard Baruch. Wilson: „Das Land ist am besten für Krieg vorbereitet, wenn es gründlich für Frieden vorbereitet ist.“

Gäbe es für Politiker einen Preis für den verlogensten Spruch des Jahres, so hätte Woodrow Wilson für das Jahr 1916 diesen Preis auf jeden Fall gewonnen.

Auch die US Navy wird aufgerüstet und richtet 1916 auf den zu Portugal gehörenden Atlantikinseln der Azoren einen Flottenstützpunkt ein. Schon im Mai 1915 begann in den USA in den Plattsburgh Camps die Ausbildung Freiwilliger zu Soldaten für den Kriegseinsatz in Europa.

Die Plattsburgh Camps sind ein Trainingsprogramm für Freiwillige vor der Einberufung, organisiert durch priva-te Bürger vor dem Eintritt der USA in den Ersten Welt-krieg. Die Camps werden errichtet und finanziert vom Preparedness Movement, einer Gruppe einflußreicher pro-Alliierter Amerikaner, also Gegnern Deutschlands. Sie sehen, daß das stehende Heer der Vereinigten Staa-ten viel zu klein ist, um den Krieg zu beeinflussen und müßte enorm vergrößert werden, wenn die USA in den Krieg einträten. Die Bewegung richtet die Camps ein, um zusätzliche mögliche Heeresoffiziere während der Sommer 1915 und 1916 zu trainieren. Das größte und bestbekannte dieser Camps liegt nahe Plattsburgh, Bun-desstaat New York.

Um herauszufinden, wer denn diese einflußreichen pro-Alliierten Amerikaner sind, brauchen wir nur zu schauen, wer dieses merkwürdige Preparedness Move-ment führt. Sonderbarerweise finden wir wieder Theo-dore Roosevelt an der Spitze, den die Wallstreet-Banker schon 1912 aus der Mottenkiste geholt hatten, als sie für ihre politischen Ziele kurzfristig einen dritten Kandida-ten für die US-Wahlen des Jahres brauchten.

Mit dem Krieg in Europa haben die USA nichts zu tun. Von den großen Kriegsparteien Frankreich, England, Deutschland und Rußland hat die USA nichts zu be-fürchten. Nur die Engländer besitzen eine Flotte, die den USA gefährlich werden kann, aber England wird von den USA als eine befreundete Nation angesehen. Es gibt also keinen Grund für die Vereinigten Staaten eine Armee aufzustellen und die Industrie der USA auf Krieg umzu-stellen. Die Armee wird nicht gebraucht, denn eine Inva-sion der USA ist ausgeschlossen und die Industrie sollte für die Bevölkerung zivile Güter herstellen. Das Ganze ist also vollkommen unverständlich, zumal die gewalti-gen Kosten, insbesondere für die unsinnige Aufrüstung der Armee und der Flotte, vom amerikanischen Steuer-zahler bezahlt werden.


Am 5. März 1917 schreibt der US-Botschafter in London, Walter Hines Page, unter merkwürdiger Umgehung sei-nes Vorgesetzten, dem neuen Außenminister der USA, an Präsident Woodrow Wilson:

»Ich denke, daß der Druck dieser herannahenden Krise über die Möglichkeiten der Morgan Finanz Agentur für die britische und französische Regierung geht…  Die größte Hilfe, die wir den Alliierten geben können, würde ein Kredit sein. Sofern wir nicht gegen Deutschland in den Krieg eintreten, kann unsere Regierung natürlich nicht eine solche unmittelbare Bewilligung eines Kredi-tes geben.«

Page bekommt zu seinem Diplomaten-Gehalt zusätzlich von der New Yorker National City Bank 25.000 Dollar im Jahr zugeschossen. Eine von Hines gerne genommene Bankenunterstützung, die auch nicht jedem zuteil wird, für die er offensichtlich auch alljährlich seinen Gönnern entsprechende Dienste in London leistet, sonst wäre es wohl bei einer Einmal-Zahlung geblieben.

Nach der Erfahrung mit dem im Juni 1915 zurückgetre-tenen Außenminister William Jennings Bryan, der strikt gegen den Eintritt der USA in den Krieg war und sagte: „Geld ist die schlimmste aller Konterbande“, hat Page gute Gründe den neuen US-Außenminister zu umge-hen. Bis zum Frühjahr 1917 hat das Bankhaus Morgan be-reits gigantische Geldsummen als Konterbande an die Gegner Deutschlands geliefert. Morgan/Rothschild ha-ben den Krieg Englands gegen Deutschland durch Kre-dite an die Alliierten mitfinanziert und die USA haben den militärischen Nachschub der Briten organisiert. Die Munitionsindustrie in den USA kassiert im Großen ab. Vor allem aber profitiert das Bankhaus J. P. Morgan & Company glänzend am Krieg, in dem es alle Geld-geschäfte vermittelt und selbst riesige Kredite an die Kriegsgegner Deutschlands gibt. Die Anleihen, die wohl-habende Amerikaner gezeichnet haben, wären auch ge-fährdet, ja verloren, einschließlich der Kredite der Mor-gan-Bank selbst, sollten die Alliierten nicht gewinnen. Die angeblich neutralen USA unterstützen also massiv den Krieg gegen Deutschland.

Der amerikanische General John J. Pershing, nach dem Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg Oberbefehls-haber der US-Truppen in Frankreich, sagt 1924 für die Zeit vor dem Kriegseintritt der USA über die Sicherung der Front der Franzosen und Engländer in Frankreich:

“Wir waren für deren Aufrechterhaltung der Front ver-antwortlich und wir schossen das Geld vor, das es ihnen möglich machte, die Front aufrechtzuerhalten.”

Ein Ausschuß des US-Senats kommt nach zweijähriger Arbeit in seinem am 26. Juni 1936 vorgelegten Bericht über den Kriegseintritt der Vereinigten Staaten im April 1917 zu dem Schluß, daß das New Yorker Bankhaus Mor-gan zwischen 1914 und 1916 mit seinen Operationen zu Gunsten Englands und Frankreichs die USA-Finanzen so tief in den europäischen Krieg verstrickt habe, daß eine Niederlage der beiden Schuldner eine tiefe Wirtschafts-krise in den USA ausgelöst hätte. Die US-Regierung habe daher Anfang 1917 gar keine Handlungsfreiheit mehr gehabt, ihr Land aus dem Krieg herauszuhalten.

Der amerikanische Historiker Eustace Mullins:

»Das Federal Reserve System begann 1914 seine Arbeit, zwang das amerikanische Volk den Alliierten 25 Milli-arden Dollar zu leihen, welche nicht zurückbezahlt wur-den, obwohl beträchtliche Zinsen an New Yorker Banker bezahlt wurden. Das amerikanische Volk wurde in einen Krieg gegen das deutsche Volk getrieben, mit welchem wir keinen erkennbaren politischen oder wirtschaftli-chen Streit hatten.«


Wie die angebliche Demokratie in den USA funktioniert sehen wir sehr schön am Beispiel der US-Wahlen von 1912. Es geht den Großbankiers darum ihr Gesetz – den Federal Reserve Act – für die Übertragung des Herr-schaft über den Dollar auf sie selbst durchzubringen und der derzeitige Präsident, der Republikaner William Howard Taft, ist dafür nicht geeignet. Aber ihr Kandidat von den Demokraten, Woodrow Wilson, würde die Wahl gegen Taft nicht gewinnen können. Was tun? Eine Partei gründen speziell zur Gewinnung von Taft Wäh-lern, aber uninteressant für Wilson-Wähler. So wird flugs die Progressive Party mit enormen finanziellen Mitteln aus dem Boden gestampft und man holt den ehemaligen Präsidenten Teddy Roosevelt aus der Ver-senkung, um ihn an die Spitze der neuen Partei zu stel-len. So gewinnt Woodrow Wilson mit knapper Mehrheit die ›Wahl‹.

Im Juni 1914 wird von einem Ausschuß des US-Senates eine Untersuchung über diese Machenschaften der Großbankiers geführt und es kommt am 1. August 1914 zu einer Anhörung von Paul Warburg vor dem Senats-komitee Banken und Währung (Senat Banking and Currency Committee). Paul Warburg hatte seit Jahren die Gründung der Federal Reserve Bank betrieben und er ist zur Zeit der Anhörung der Chef der neu gegründe-ten Federal Reserve Bank.

Senator Joseph L. Bristow: „Wieviele dieser Partner [von der Bank Kuhn, Loeb & Company] sind amerikanische Staatsbürger?“

Paul Warburg [Der Deutsche Paul Warburg ist seit 1911 amerikanischer Staatsbürger]: „Sie sind alle amerikani-sche Staatsbürger außer Herrn Kahn. Er ist britischer Staatsbürger.“ [Kuhn und Kahn sind zwei verschiedene Personen.]

Bristow: „Sie sagten sie wären Republikaner, aber als Herr Theodore Roosevelt auftauchte, wurden sie ein An-hänger von Herrn Wilson und unterstützten ihn?“

Warburg. „Ja.“

Bristow: „Während ihr Bruder [Felix Warburg] Taft un-terstützte?“

Warburg „Ja.“

Das heißt, daß die drei Partner der Großbank Kuhn, Loeb & Co, Paul Warburg, Felix Warburg und Otto Kahn sich jeweils einen eigenen Kandidaten für die Wahl zum US-Präsidenten hielten, denn Otto Kahn finanzierte Theo-dore Roosevelt, also gehörten der Bank alle drei Kandi-daten für die US-Präsidentschaftswahl. Als das Senatsko-mitee diese höchst merkwürdige Herrschaft einer einzi-gen Bank über alle drei Präsidentschaftskandidaten der USA hinterfragt, antwortet Paul Warburg, daß eben je-der der drei Bankiers seine eigene politische Meinung habe und man habe keinen Einfluß auf die Meinung des anderen, und sich „Finanzen und Politik nicht mischen.“ Trotzdem wird Paul Warburg vom neuen Präsidenten Woodrow Wilson zum Chef der neuen Privatbank Federal Reserve Bank, der nun der Dollar als Eigentum gehört, vorgeschlagen. Warburg nimmt zwar nicht den Vorsitz, sondern einen Sitz im Board of Governors der Bank an, ist aber in Wirklichkeit Chef der Bank, die er erfunden und in die Welt gesetzt hat. Und Paul Warburg hat auch durchgesetzt, daß die Fragen, die ihm im Ban-kenausschuß des Senats gestellt würden, ihm vorher schriftlich zugestellt werden und er nur Fragen beant-worten würde, die seine Mitgliedschaft im Board of Go-vernors der FED nicht beeinträchtigen würden, weshalb die Frage, ob er der Repräsentant der Familie Rothschild in den USA sei, nicht gestellt werden konnte.

Von den Mitgliedern im Board of Governors muß der von Woodrow Wilson eingesetzte Thomas D. Jones allerdings schnell seinen Posten räumen, weil er unter Anklage des Generalstaatsanwaltes der USA steht. Ein anderes Mitglied des Board of Governors der FED ist William McAdoo, Schwiegersohn von Präsident Woo-drow Wilson und ein weiteres sein Onkel Frederick Adrian Delano.  

Den internationalen Bankiers gehören mit ihrer Geld-macht und ihren Verbindungen immer beide Kandida-ten für das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten von Amerika. Die ›Wahl‹ von 1912 ist nur ein Fall, an dem wir sehr schön die Machenschaften der Großbanker sehen können. Das Volk der USA kann immer wählen zwischen den beiden Kandidaten, die ihm von den internationalen Herren des Geldes vorgesetzt werden. Und so ist es überall auf der Welt. Die internationalen Banker setzen gnadenlos ihre Form von Demokratie mit Hilfe der Ar-mee der Vereinigten Staaten von Amerika auf der Welt durch. Mit dieser Art Demokratie haben sie immer alle wichtigen Parteien mit ihrer Finanzierung in der Hand und es ist egal welche Partei am Ende an der Regierung sitzt, es ist immer die Partei der internationalen Eigentü-mer aller Währungen.

Am 31. Oktober 1936 sagt US-Präsident Franklin Delano Roosevelt bei einer öffentlichen Rede in New York: „Sie haben begonnen die Regierung der Vereinigten Staaten als bloßes Anhängsel ihrer eigenen Angelegenheiten zu betrachten. Wir wissen nun, daß das Regieren durch organisiertes Geld ebenso gefährlich ist wie eine Regie-rung des organisierten Mobs.“


1917 hätte der Krieg in Europa wegen der Erschöpfung aller Kriegsparteien sein Ende finden können, doch die Alliierten wußten die USA an ihrer Seite, ohne die sie den Krieg schon längst verloren hätten, mußten aber auf den Kriegseintritt der USA warten, damit die US-Armee das notwendige Übergewicht an der Front gegen Deutschland bringen konnte. Der US-Präsident konnte auch nicht vorher in den Krieg eintreten, da er zunächst einmal seine Wiederwahl im November 1916 sichern mußte, gegen ein Volk das kein Interesse an einem Eintritt in einen Weltkrieg hatte.

US-Senator Porter J. McCumber befragt 1919 den US-Präsidenten Woodrow Wilson über den Eintritt der USA in den Krieg am 6. April 1917 gegen Deutschland:

„Do you think if Germany had committed no act of war or no act of injustice against our citizens that we would have gotten into this war?“ / „Denken Sie, wenn Deutschland keinen Kriegsakt oder einen Akt der Ungerechtigkeit gegen unsere Bürger [Versenkung des englischen Schiffes Lusitania mit 128 toten US-Ameri-kanern] begangen hätte, wir in den Krieg eingetreten wären?“

Wilson: “I do think so.” / “Das denke ich.”

McCumber: “You think we would have gotten in any-way?” / „Sie denken wir wären so oder so in den Krieg eingetreten?“

Wilson: “I do.” / „Ja.“


Winston Churchill war immer darum bemüht, die Grö-ße Englands zu wahren und zu steigern. Er selbst sieht schließlich, wie sein Wille, die Vereinigten Staaten in den Krieg gegen Deutschland zu treiben, ihn zum Toten-grä­ber der britischen Weltmacht werden ließ. 1936 ver-sichert er in der Zeitschrift New York Enquirer:

»Der Eintritt Amerikas 1917 in den Krieg war ein unse-liger Schritt. Wäret ihr zuhause geblieben und hättet ihr euch um euere eigenen Geschäfte gekümmert, dann hätten wir im Früh­jahr 1917 mit den Mittelmächten Frie-den geschlossen. Dadurch hätten wir das Leben von mehr als einer Million Engländer und Franzosen geret-tet.«


In einer Rede am 12. November 1917 vor einem Kreis amerikanischer Kaufleute und Industrieller erklärte US-Präsident Woodrow Wilson:

„Denken Sie daran, welches die Stellung Deutschlands in der Welt war, eine so beneidenswerte Stellung, die je eine Nation eingenommen hat. Die ganze Welt stand in Bewunderung seiner herrlichen geistigen und materiel-len Errungenschaften. Die Intellektuellen der ganzen Welt gingen bei ihm zur Schule.

Seine Gelehrten hatten seine Industrien zu den hervor-ragendsten der Welt gemacht, und die Aufschrift »made in Germany« gab die Gewähr für gute Arbeit und tadel-loses Material. Deutschland hatte Zutritt zu allen Märk-ten der Welt, und jede andere Nation, die auf jenen Märkten Handel trieb, fürchtete Deutschland wegen seines starken und fast unwiderstehlichen Wettbe-werbs.“

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Die feindliche Propagandamaschine

Am 21. Juni 1914 fordert der Reichsverband der deut-schen Presse auf seiner Delegiertenversammlung in Leipzig: »Der Reichsverband der deutschen Presse er-achtet den Ausbau des ausländischen Nachrichten-dienstes durch eine selbständige, rein deutsche Orga-nisation für eine dringende Notwendigkeit.«

Es gilt gegen die antideutsche britische Presseagentur Reuter eine eigene weltweite Nachrichtenagentur auf-zubauen. Das einzige deutsche Nachrichtenbüro ist Wolffs Telegraphenbureau, das am 27. November 1849 gegründet wurde. Wolffs Büro hat zwar auch eigene Vertreter in der Welt, bezieht aber eine Vielzahl von Nachrichten von ausländischen Nachrichtenagenturen, mit denen das Büro Verträge hat. Somit ist Wolffs Nach-richtenagentur nicht unabhängig in seiner Nachrichten-berichterstattung.


Die Londoner Times, das bestorientierte und mächtigste Blatt der Weltpolitik, bringt gleich nach Kriegsausbruch am 4. August 1914 Tag für Tag und Woche für Woche in Riesenlettern eine Artikelserie »The War on German Trade« / »Der Krieg gegen den deutschen Handel.«

Unter der Leitung der britischen Regierung wird eine Kommission von Industrie- und Handelsbaronen nach Deutschlands überseeischen Märkten gesandt, um die-se für England zu sichern, und es wird eine Sammlung deutscher Waren zur Ausstellung als Muster für engli-sche Fabrikate veranstaltet. Im März 1915 erklärt Pre-mierminister Asquith, “es sei eine Hauptaufgabe der britischen Politik gewesen, Deutschlands Handel zu ver-nichten.”


Eine äußerst erlogene und erstunkene Gräuelpropagan-da wird nun von England aus in der Welt über Deutsch-land verbreitet. Die Australier Richard Guillatt und Peter Hohnen schreiben in ihrem 2009 erschienenem Buch The Wolf:

»Das geheime Kriegspropagandabüro der englischen Regierung beschäftigte volkstümliche Schriftsteller wie John Buchan und Arthur Conan Doyle, um einen Strom von probritischen Geschichten und Artikeln herzustel-len, welche von Zeitungen veröffentlicht wurden… Die-se Geschichten von tapferem britischen Heroismus und unbeschreiblichen deutschen Ausschreitungen, oft geschmückt mit Karikaturen von monströsen deut-schen Soldaten, die geraubte Mädchen und tote Kinder über ihren Schultern tragen, bestritten viel von dem was als Kriegsreportagen durchging…

Im Jahre 1915 griffen in London, Liverpool und Man-chester randalierende Menschenmengen deutsche Ein-wanderer an, nachdem die Lusitania versenkt worden war und nach der Veröffentlichung eines Reports über vorgebliche deutsche Gräueltaten in Belgien, geschrie-ben vom ehemaligen britischen Diplomaten Viscount James Bryce. Die schockierenden Berichte im Report von Bryce über vergewaltigte Nonnen und gefolterte Kinder wurde später als von zweifelhafter Herkunft an-gesehen, aber der Haß den sie erzeugten dauerte Jahre an und inspirierte Herausgeber von Zeitungen anti-deutsche Kampagnen mit zügellosem Fremdenhaß zu führen. Ausgemachte Erfindungen – Geschichten von gekreuzigten alliierten Soldaten und von für Schmier-fett für Waffen ausgekochten Menschenkörpern – bekamen ebensoviele Zeitungsspalten wie tatsächliche deutsche Exzesse wie die Hinrichtung der britischen Krankenschwester Edith Cavell wegen Spionage.«

Soweit die Australier Richard Guillatt und Peter Hohnen.


In England tun sich besonders die schon vor dem Krieg deutschfeindlichen Blätter Times und Daily Mail mit Berichten über Kriegsgräuel hervor. Im London wird unter der Leitung des britischen Ex-Botschafters in den USA, Lord Bryce, eine sogenannte Untersuchungskom-mission gebildet, die die schlimmsten Verbrechen deut-scher Soldaten in Belgien erfindet. Der Bryce-Bericht er-scheint 1915 und hat eine ungeheuere Wirkung auf die Öffentlichkeit, nicht zuletzt in den USA. Als die belgische Regierung 1922 die Vorwürfe noch einmal untersuchen läßt, stellt sich heraus, daß keine der von der Bryce-Kommission genannten Fakten einer Überprüfung standhält. Auch die Gräuelpropaganda über eine deut-sche »Kadaververwertungsanstalt«, in der angeblich menschliche Leichen verwertet wurden, platzt nach dem Krieg. 1925 enthüllt die New York Times, daß ein hochrangiges Mitglied des britischen Geheimdienstes, Brigadegeneral John Charteris, für diese Desinformation verantwortlich war. Als Anfang 1917 William Shepard, ein Korrespondent der amerikanischen Agentur United Press, das ganze Lügengebäude zum Einsturz bringt, ist die erwünschte Wirkung längst eingetreten. Shepard reiste als neutraler Berichterstatter in den Kriegsjahren durch Belgien und konnte nicht den geringsten Hinweis auf deutsche Verbrechen finden – selbst gegen hohe Geldangebote für entsprechende Fotos nicht.

Der weltberühmte Asienforscher Sven Hedin schreibt in der schwedischen Tageszeitung Svenska Dagbladet vom 7. August 1926:

»Die Anklagen gegen die deutsche Kolonisation waren größtenteils erdichtet. Die Propaganda betrieb ihr Hand-werk ohne Rast und Ruhe.«


Der amerikanische Historiker William Roger Louis schreibt in seinem 1967 erschienenen Werk Great Britain and Germany’s Lost Colonies 1914-1919:  

»Die Doktrin, der zufolge Deutschland eine schuldbela-dene, beispiellos brutale und grausame Kolonialmacht war, entstand erst während des Ersten Weltkriegs.«