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Wissenschaft und Expeditionen

Die deutschen völkerkundlichen Museen suchen in den Kolonien nach Gegenständen für ihre Sammlungen und sprechen dafür die deutschen Behörden in den Schutz-gebieten an, um solche Exponate erwerben zu können. So wird der Polizeimeister der 1908 gegründeten Polizei-station Morobe im Kaiser-Wilhelms-Land auf Neugui-nea um die Beschaffung von Muschelgeld angegangen.

Der Polizeimeister sagt 1911 zu deutschen Marineoffi-zieren: „Das ist etwas sehr Seltenes, die Museen schrei-ben mir fortwährend, ich solle ihnen Muschelgeld be-schaffen.“

Mit den Marineoffizieren geht der Polizeimeister auf Einkaufstour bei den Einheimischen. Ein Offizier fragt den Polizeimeister:

„Aber sagen Sie mal, was wollen sie eigentlich mit dem Packen Zeitungspapier, den sie mitschleppen?“

„Das ist unser Geld, damit handeln wir die schönsten Sachen ein; passen Sie mal auf!“

„Für Zeitungspapier? Was macht denn das Volk damit?“

„Das wird hierzulande geraucht! Ein Hochgenuß für Mann und Frau so eine Zigarre aus zusammengerolltem Zeitungspapier. Sie müssen aber ordentlich sparsam da-mit sein und nicht gleich für jeden Speer einen ganzen Bogen geben. Eine kleine Ecke tut’s auch. Sonst langen wir nicht mit dem Papier. Und dann noch eins, Drucker-schwärze ist besonders beliebt. Bogen mit fetten schwar-zen Rändern, Traueranzeigen und dicke Reklameschrif-ten, das sind Goldstücke. Dafür können sie meterweise Muschelgeld bekommen.“