Westlich der Admiralitätsinseln liegen die Westlichen Inseln. Sie bestehen aus einer Reihe von Inselgruppen und Inseln nördlich von Kaiser-Wilhelms-Land. Eine dieser Inselgruppen sind die Eremiteninseln, auch Hermit-Inseln genannt, 100 Seemeilen westlich der Admiralitätsinseln. Das Atoll mit seinen 17 Inseln wird 1902 vom Bremer Kaufmann Heinrich Rudolph Wahlen zum Beginn seiner Südseetätigkeit genutzt. Auf der Eremiteninsel Maron baut Wahlen seinen Firmensitz, die Wahlenburg, ein stattliches zweistöckiges Haus mit einem spitzgiebligen Turm, von dem die Reichsflagge weht. Seinen Handels- und Plantagenbetrieb erweitert Wahlen von den Eremiteninseln aus auf die Admira-litätsinseln und weiter ins Bismarckarchipel. Wahlen gründet auch andere Südseefirmen und gehört zu dem Hamburger Konsortium, daß 1910 die Plantagenfirma E. E. Forsayth von Queen Emma, der Südseepartykönigin Emma Kolbe, kauft. Das Unternehmen wird in Südsee-Aktiengesellschaft umbenannt.
Die Zentrale der seit 1910 als Wahlen GmbH firmie-renden Unternehmung bleibt auf Maron, wo hoch über dem Meer Wohnhaus und Verwaltungsgebäude der Ge-sellschaft errichtet sind. Maron wird von den Dampfern der Austral-Japan-Linie regelmäßig angelaufen. Der Ver-kehr zwischen den einzelnen Besitzungen der Gesell-schaft wird von ihren Fahrzeugen, dem Motorschoner Möwe und dem kleinen, in Hongkong neuerbauten Dampfer Hamburg, durchgeführt. Die Gesellschaft ver-fügt noch über eine größere Zahl unbebauter Länderei-en und setzt, wie schon in den letzten Jahren, die An-pflanzungen der Kokospalme in erheblichem Maßstabe fort.
Paul Ebert, Kommandant von SMS Cormoran, be-schreibt seinen Aufenthalt auf Maron im März 1912:
»Bei unserem Besuche in Maron führte der Bruder des Begründers, Herr Julius Wahlen, die Geschäfte, der uns ein außerordentlich liebenswürdiger Gastgeber war. Wir ankerten südlich der Insel Maron, gegenüber der Landungsbrücke der Firma. Bald erschien Herr Wahlen zu Besuche, der mich gleich zum Mittagessen auf seine stattliche Burg einlud. Herzerfrischend war es, hier zu beobachten, was deutscher Fleiß, deutscher Ordnungs- und Schönheitssinn in kurzer Zeit aus einer Wildnis geschaffen hatten. Unten am Strande, nahe der Brücke, waren die Wirtschaftsgebäude und die Wohnhäuser der farbigen Arbeiter errichtet. Von da aus führte ein mit hübschen Anlagen eingefaßter Weg, den wir im elegan-ten, leichten Wagen des Hausherrn zurücklegten, hinauf zur luftigen Höhe. Luftige Räume umschloß der stattliche Bau, vornehm ausgestattet mit allen mögli-chen fremdländischen Stücken, die die Wahlens auf ihren Weltreisen gesammelt hatten. Vor allem bot sich ein wundervoller Blick über das Atoll, mit den üppigen Palmenpflanzungen Marons und das mit diesem durch einen schmalen Damm verbundene Akib im Vorder-grunde, und darüber hinaus nach Osten die hohen Ber-ge der Insel Luf, das Ganze umrahmt vom blinkenden Brandungsgürtel des Riffs. – Sehr interessant war ein Ausflug mit dem Motorboot der Firma zur Hauptinsel Luf, wo am Carola-Hafen zwei aus wenigen Häusern be-stehende Dörfer mit dem Reste der durch Inzucht und Krankheit aussterbenden ursprünglichen Eingeborenen lagen.«