Das Deutsche Kolonial-Lexikon schreibt 1914 über:
»Bipindi, Dorf am Lokundje, einem der südlichen Küstenflüsse Kameruns. Es liegt an der Stelle, wo der Lokundje das Bergland verläßt und von rechts den Unke, von links den Tjange als Nebenfluß erhält. Die Bewohner von Bipindi gehören zu den Ngumba. Die Straße, die von Kribi nach Lolodorf führt, überschreitet bei Bipindi auf solider Brücke den Lokundje und setzt sich auf dem rechten Ufer des Unke fort, da der Lokundje sich durch ein felsiges Bett windet. Letzterer ist weder oberhalb noch unterhalb Bipindi schiffbar. In der Umgebung von Bipindi befinden sich Pflanzungen; denn das Land ist fruchtbar und dicht besiedelt. In Bipindihof ist eine Postagentur, eine Faktorei und Pflanzung der Firma Zenker.«
Gouverneur Jesko von Puttkamer schreibt über den Besuch von Bipindi:
»Dreimal biwakierten wir im Urwald, in dem wir ver-schiedenen Gummikarawanen begegneten, und er-reichten am 3. Januar 1897 morgens ½8 Uhr den freundlichen am rechten Ufer des schnell fliessenden Lokunje gelegenen Ort Bipindi. Hier besuchte ich den früheren langjährigen Stationsleiter von Jaunde, Herrn Zenker, der jetzt in Bipindi ein eigenes Anwesen hat und für mehrere heimische wissenschaftliche Gesellschaf-ten hochinteressante Sammlungen anlegt. Sein ganz und gar mit eingeborenen Mitteln hergestelltes geräu-miges Wohnhaus war ein vollkommenes Museum, voll von ethnographischen Merkwürdigkeiten, Photogra-phien, Öl- und Aquarellskizzen, Herbarien, Tierfellen und Schädeln, Waffen, Fetischen, Vogelbälgen und dergleichen. Zenker züchtete nicht nur einheimische Gemüsearten wie Kohl, Gurken, Salat und Radieschen, sondern hatte auch damals schon mit Anlage einer Kaffee- und Kakaoplantage begonnen, um die Kosten seiner Station zu verringern. Er stand sich gut mit den umliegenden Häuptlingen, die in ihm einen grossen Medizinmann verehrten und erzählte andauernd die wunderbarsten Jagdgeschichten. Das Gouvernement hatte ihm die Sorge für ein hier stationiertes eisernes Fährboot anvertraut, welches dazu bestimmt war, den passierenden Reisenden und Händlern den Übergang über den Lokunje zu erleichtern.
Mit Hilfe dieses sehr praktischen Fahrzeuges über-schritt meine Expedition noch am selben Tage den Lokunjefluss…«
Erich Robert Petersen ist im September 1913 auf dem Marsch von der Hafenstadt Kribi in das Inland:
»Am zweiten Tage hinter Kribi fängt mich der alte Zenker ein, der Senior aller Kameruner… Er besitzt bei Bipindi eine Verpflegungsfarm, pflanzt auch Sisal und Kakao. Mich interessiert insbesondere sein Schmetter-lingsfang, den er tags und nachts betreibt.«