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Finschhafen

ln Finschhafen befindet sich eine Niederlassung der evangelischen Neuendettelsauer Missionsgesellschaft, der auch die einzige europäische Palmenpflanzung dort gehört. Finschhafen ist Postagentur und Standesamt. Es wird zehnwöchentlich vom Reichspostdampfer Manila angelaufen.   

Bei Finschhafen auf dem Sattelberg auf 900 m Höhe befindet sich eine Missionsstation der Neuendettels-auer Mission, die dort auch ein Erholungsheim für Weiße auf der Kühle des Berges zur Erholung von der Tropenhitze des Flachlandes und seinen Krankheiten betreibt.


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Berlinhafen

Berlinhafen liegt im Nordwesten von Kaiser-Wilhelms-Land an der Finsch-Küste. Die Bezeichnung der Einhei-mischen vor Ankunft der Deutschen für die Gegend von Berlinhafen war Eitape und so nennt man den Bezirk, von dem Berlinhafen der Sitz ist, Eitape. Eitape ist einer der drei Bezirke in die das Kaiser-Wilhelms-Land ver-waltungsmäßig aufgeteilt ist.

An der Ostseite ist die mächtige Bucht von Berlinhafen begrenzt von den Inseln Ali, Seleo und Angell, welche der Neuguinea-Kompagnie gehören. Im Westen wird sie nur wenig geschützt gegen die Dünung des Mon-suns, weil die Verbindung zwischen der Insel Tamara und dem Festland nur aus einzelnen Riffen besteht, die als winzige brandende Punkte auf der großen Wasser-fläche erscheinen. Das Torricelligebirge tritt weit von der Bucht zurück und läßt ein dichtbewaldetes Vorland mit breitem Sandstreifen frei, dessen Brandung nicht immer ungefährlich ist.

Vor Berlinhafen liegt das Inselchen Tamara mit einer alten Station der Steyler Mission, die alle zwei Monate vom 1904 in Geestemünde gebauten Reichspostdampfer Manila angelaufen wird, um deren Kopra abzuholen. Ist genug Kopra zum Verladen vorhanden meldet die Sta-tion dies dem Schiff mit einer roten Lampe, ansonsten fährt das Schiff gleich weiter zum wenige Meilen ent-fernten Berlinhafen, wo auch die Hauptstation der Stey-ler Mission liegt.

Auf Tamara, wie in Berlinhafen, wird von den Missio-naren auch viel Viehwirtschaft betrieben. Tamara ist die Quarantänestation für neu eingeführtes Vieh, aber auch Pferde, und ist das dort auf der Weide stehende Vieh seuchenfrei kann es vom Missionsdampfer Gabriel zur großen Festlandherde der Mission verbracht werden. Auf Tamara mästet die Manila auch das von ihr als Frischfleischreserve mitgeführte Schlachtvieh, meist zwei Ochsen.

Bei der Ankunft der Manila auf Tamara umschwärmen kleine und große Auslegerkanus der Eingeborenen den Reichspostdampfer, um von dessen Mannschaft Tabak, Streichhölzer und ähnliche Kostbarkeiten gegen Waf-fen und Schnitzereien einzutauschen. Ein Leichter und zwei Boote der Missionsstation legen am Achterschiff des Dampfers an um ihre Kopraernte umzuladen. Die Boote verholen dann zum Vorschiff, um Güter aus der Heimat einzuladen. Den Leichter im Schlepp geht der Dampfer sodann zur vier Meilen entfernten 1903 neu gegründeten Station Sankt Anna der Steyler Mission, die nun deren Hauptstation ist, in der mächtigen Bucht von Berlinhafen, wo der Leichter zur Übernahme wei-terer Ladung dient.

Sankt Anna liegt unmittelbar am Strand und wurde im Laufe der Jahre ausgebaut. Ein ganzes Dorf ist entstan-den. Einfache Wohn- und Arbeitshäuser, eine Andachts-kapelle, Geräteschuppen, Viehställe, eine Schule für die einheimischen Kinder, die dort auch Deutsch sprechen, schreiben und lesen lernen, und ein kleines Kranken-haus stehen in Sankt Anna.

Vom Strand aus dehnt sich ein dichtbewaldetes Vorland bis zum Torricelligebirge, doch die Urbarmachungen für neue Plantagen lichten den Urwald. Die Bucht selbst hat am Sandstrand eine nicht ungefährliche Brandung, die manche Bootsladung Kopra und sehnsüchtig erwartete Heimatsendungen verschlungen hat, obwohl die Kana-ken hier gute Seeleute und erfahrene Brandungsfahrer sind.

Am westlichen Ende der Bucht liegt Kap Rom, ein weit ins Meer vorspringender Hügel. Es gibt eine gut gebaute hölzerne, sich weit in das flache Küstenwasser vorschie-bende Landungsbrücke, die Schiffen ein bequemes An-legen ermöglicht. Durch Kokospflanzungen führen gut angelegte, mit Zierpflanzen eingefaßte Wege in Zick-zack-Windungen zur Höhe, auf der die Kaiserliche Station für Eitape und der Sitz des verantwortlichen Leiters von Berlinhafen und Umgebung erbaut sind. Weiter im Inneren schließen Pflanzungen der Neu-guinea-Kompagnie den Bereich der Zivilisation ab und die Wildnis beginnt. Auf der Station befindet sich auch der Postmeister und der Polizeimeister mit 40 schwar-zen Soldaten. Am Flaggenmast mit der im Wind wehen-den Reichsdienstflagge steht eine Schildwache und bei Ankunft eines Gastes macht sie in mit militärisch ge-schulten Griffen ihre Ehrenbezeigung mit dem Gewehr. Saubere Wege durchkreuzen die Kuppe und enden am höchsten Punkt vor dem Haus des Stationsleiters, einem aus Holz gebauten geräumigen Bungalow mit schattiger, breiter Veranda ringsum. Das rotgestrichene Well-blechdach dient auch als Regenfang und leitet an seinen vier Ecken das Wasser in vier Tanks. Kleine Anbauten beherbergen Diener-, Wasch-, Koch- und Vorratsräume. Durch geöffnete Fenster und Türen der fünf Zimmer strömt frische Seeluft und vertreibt die Moskitos. Von dort oben hat man eine herrliche Aussicht auf Land und Meer. Im Januar 1907 und nochmals 1909 senkte sich infolge eines Erdbebens ein Teil der Küstenlinie um drei bis vier Meter und setzte fünfzehntausend Palmen unter Wasser, die nun nur noch als leere Stämme aus dem Wasser ragen.

Wie in allen Anlaufhäfen ist die Ankunft des Reichs-postdampfers das Ereignis für die Deutschen vor Ort. Auch in Berlinhafen sind sofort kleine Boote auf dem Weg zum Schiff und auch die schlanke schnelle Gig des Stationsleiters mit der Reichsdienstflagge am Heck ist unterwegs. Sechs Polizeisoldaten in Sonntags-Khakiuni-form rudern die Gig. An Bord fragt der Stationsleiter zuerst nach Krankheiten, da er bei seuchenähnlichen Erkrankungen das Schiff unter Quarantäne stellen müß-te. Sobald das Schiff als seuchenfrei deklariert ist stür-men die auf ihren Booten herangeeilten Beamten, der Polizeimeister, Angestellte der Neuguinea Kompagnie, selbständige Pflanzer, Missionare, Paradiesvogeljäger und Trader das Schiff. Die große Signaltrommel auf Tamara hat schon nachts das baldige Ankommen der Manila gemeldet und die Eingeborenen auf dem Fest-land haben es mit ihren scharfen Ohren vernommen und mit dem Ruf »Sail ho!« in Berlinhafen und Um-gebung weiter verbreitet. Auch ihre Herren hat der Ruf aus dem Schlaf gerissen und sie sind sogleich auf stun-denlange Ritte und Märsche auf schlechten Waldwegen nach Berlinhafen geeilt für das große Ereignis. Denn an Bord wird es nicht nur ein Gelage geben, sondern man trifft alte Bekannte und hört von den neuesten Ereig-nissen in der Kolonie und in der Heimat.

Als 1912 die SMS Cormoran in Berlinhafen vor Anker geht, haben ihre Offiziere vom Bezirksamtmann in Frie-drich-Wilhelmshafen den Hinweis bekommen an der sonst von Weißen unbewohnten Bucht nach dem Pro-fessor Ton zu schauen, der dort seit Monaten haust. „Sehen Sie mal zu, wie’s dem geht. Den Eingeborenen da ist nicht zu trauen. Ich wollte ihm noch ein paar Polizei-soldaten zur Bewachung mitgeben, aber er dankte, – kostbare Zeit ginge ihm sonst verloren.“

Zwei Offiziere der Cormoran landen an der palmen-umsäumten, weit ausgedehnten Bucht und biegen auf einem schmalen Kanakerpfad in den Urwald ein. Papa-geien in allen Farben kreischen, Kakadus spreizen ge-reizt ihre gelbe Krone und Nashornvögel fauchen. Es geht über schlüpfrige Steine in dem ewig feuchtwarmen Dunkelgrün den Berg hoch in ein nahes Dorf. Mit Speer und Spießen, wie überall, bewaffnete Kanaker blicken die Weißen mißtrauisch an, aber als erfahrene Südsee-reisende gewinnen sie durch etwas Tabak ihr Vertrauen und handeln eine Steinaxt und eine Muschelgeldkette ein. Die beiden Deutschen halten die Gesichter der dunkelbraunen Männer für auffallend abstoßend, ihre Haartracht wilder als in anderen Gegenden und die Hütten und deren Umgebung für noch schmutziger als anderswo.

Auf einem anderen Pfad bummeln sie zurück zum Strand und entdecken eine Hütte offensichtlich euro-päischer Bauart. Am Strand steht auf Pfählen, gegen den Besuch von Krokodilen gesichert, ein kleiner badebu-denähnlicher Bretterbau mit einem großen Fenster. Die beiden Offiziere betreten die Hütte, nachdem nach höf-lichen Anklopfen keine Antwort zu hören ist. In dem kleinen Raum stehen auf Regalen ringsrum Gläser mit eingemachten Fröschen, Lurchen und sonstigen Merk-würdigkeiten. Auf dem Bett liegen einige tote Papageien. Vor dem Fenster sitzt der Professor über einen Tisch gebeugt und sieht wie ein Uhrmacher mit einer ins Auge geklemmten Lupe in einen aufgeschnittenen toten Papagei hinein. Mit blanken Instrumenten stochert er voller Interesse in dem toten bunten Vogel herum. Der Wissenschaftler ist so sehr in sein Objekt der Begierde versunken, daß er die beiden Besucher gar nicht wahr-nimmt, welche etwas Husten und mit den Schuhen scharren, um auf sich aufmerksam zu machen.

Da plötzlich bemerkt der Professor seine Gäste und springt auf: „Ton, Ton, Ton, Ton – Professor Ton, die Herren kommen im schönsten Augenblick meines Lebens. Ich habe soeben eine noch völlig unbekannte Bandwurmart entdeckt. Papageien haben sehr viele Bandwürmer. Hier sehen Sie.“ Der Professor steckt das ziemlich elend aussehende, einem verhungerten Regen-wurm nicht unähnliche Tier mit einer Pinzette in ein Spiritusgläschen und zeigt seine Entdeckung erneut vor. Hastig räumt der glückliche Wissenschaftler einige der auf dem Bett liegenden Papageien beiseite und bittet seine Gäste zwischen den übrig gebliebenen toten Vö-geln Platz zu nehmen.

In der ihnen gänzlich fremden Welt der Wissenschaft setzen sich die beiden Offiziere zwischen die toten Papa-geien und einer bringt den Mut auf zu sagen: „Das ist ja sehr interessant.“

Professor Ton freut sich: „Ja, wirklich hochinteressant! Hochinteressant – wenn auch nicht ganz so interessant wie die Tätigkeit eines Kollegen, der bei den Chinesen von Kanton neue Floharten sucht. Sie glauben nicht, wie viele der Wissenschaft noch völlig unbekannte Floh-arten dort leben. Hochinteressant! – Ja im Übrigen, ich muß um Entschuldigung bitten, die gemachte Ent-deckung muß ich gleich weiterverfolgen. Eine längere Pause darf ich mir nicht gestatten.“

Nicht unglücklich darüber, den Professor mit seinem hochinteressanten Bandwurm wieder alleine zu lassen, ziehen sich die beiden Besucher höflich in den benach-barten Urwald zurück.


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Alexishafen

An der Nordküste von Kaiser-Wilhelms-Land liegt Alexishafen. Die katholische Steyler Mission hat dort in der Bucht von Alexishafen seit 1905 ihren Sitz Sankt Michael für Deutsch Neuguinea. Sankt Michael ist ein Dörfchen mit allen wirtschaftlichen und kulturellen Einrichtungen einer Mission. Bald gibt es von Sankt Michael aus über ein Dutzend Außenstationen der Steyler Mission.

Durch den wirtschaftlichen Ausbau der Mission in Alexishafen wird das Ladungsaufkommen so groß, daß der Norddeutsche Lloyd sich entschließt, ihren dort verkehrenden Reichspostdampfer Manila auch Alexis-hafen anlaufen zu lassen. Das nicht weit entfernte Friedrich-Wilhelmshafen ist mit Alexishafen die ein-zige für große Schiffe befahrbare Bucht an diesem Küs-tenabschnitt. Die Mission in Sankt Michael ist behilflich beim Loten der Bucht, um die vorhandene Karte auf ihre Genauigkeit zu überprüfen für die Passage der Manila und Kapitän Hans Minssen der Manila gibt den Ort für eine zu bauende massive Ladungsbrücke an. Nicht der Umweg zu einem weiteren Hafen verlängert die Reise eines Reichspostdampfers oder eines anderen Damp-fers, sondern unzulängliche oder fehlende Transport-mittel an Hafenplätzen verursachen unverhältnismäßig langen Aufenthalt und Gefahr für Schiff und Ladung bei fehlenden Hafenbetriebsmitteln. Für den erfahrenen Minssen ist eine schnelle Abfertigung seines Schiffes wichtig, um Zeit zu sparen und dafür braucht er einen reibungslos funktionierenden Hafenplatz. Dafür bauen die Missionare die Pier. Die Pier ist 25 Meter lang und aus kreuzweise übereinandergelegten schweren Balken erbaut. Der Innenraum ist ausgefüllt mit Buschwerk, Korallen, Sand und Zement und verträgt auch einen heftigeren Anprall des Schiffes beim Anlegen. Die Missionare stellen auch kostenlos die erforderliche Zahl an Ladungsarbeitern bei jeder Ankunft des Schiffes.

Die Steyler-Missionare haben sich in Alexishafen ein beeindruckendes Wohnhaus errichtet, zweistöckig, mit sechsunddreißig Zimmern, doppelten Veranden, Eck-pavillons und spitzem Turm in der Mitte des Palastbaus; es ist ein imposanter Bau für Neuguineaverhältnisse. Dicht dabei steht die Kirche, im Scheunenstil erbaut, und auf einer Halbinsel fünf Minuten Fußweges ent-fernt liegt die Hauptniederlassung der Schwestern. Auch ein Dampfsägewerk mit Tischlerei, Schmiede, Schlosserei, Bootsbauerei und Seilerei liegt auf der Spit-ze der Halbinsel und gibt mit Sägekreischen, Hämmern und Klopfen den Beweis, daß dort fleißig gearbeitet wird. Das Sägewerk arbeitet seit 1907. Als seine Kraftquelle dient eine 40 PS-Lokomobile, die mit Holzabfällen ge-heizt alle Sägen antreibt. Auch Schlosserei und Schmie-de sind durch Transmissionsriemen mit der Lokomo-bile verbunden. Durch das Sägewerk ist der Eigenbedarf an Bau- und Möbelholz vollständig gedeckt und außer-dem kann noch manche Tonne Holz verkauft werden.

Die Steyler Mission hat auch einen eigenen kleinen Dampfer mit 70 Tonnen Ladefähigkeit, die Gabriel. Aus Teakholz in Hongkong gebaut ist der neue Dampfer mit einem überdachten Tropendeck ideal für die Verhält-nisse Neuguineas geeignet. Mit seinem geringen Tief-gang kommt er in alle Winkel und Ecken der Küste hinein. Der Kapitän des immer blitzblanken Seegefährts ist Bruder Kanisius, ein Hüne mit wallendem Vollbart und trockenem Humor. Ohne Rast und mit manchem Abenteuer ist er mit seinem Schiff auf Fahrt, um den zahlreichen Küstenstationen Proviant und Material heranzubringen, Missionare und Schwestern zu beför-dern und um vertragsfertige Arbeiter von ihrem Einsatz-ort in ihre Heimat oder Neuangeworbene an den Ort ihrer Bestimmung zu bringen. Versandfertige Kopra bringt er zum Sammellager nach Alexishafen und viele Dienste werden auf fremde Rechnung gefahren und damit reiche Frachtgelder eingebracht.

Das florierende Unternehmen der katholischen Mission ist, wie alle anderen Wirtschaftsbetriebe in der Kolonie, auf einheimische Arbeitskräfte angewiesen. Zur Anwer-bung dieser Arbeiter machen die Missionare weite Rei-sen in die umliegenden Dörfer in Begleitung von rede-gewandten schwarzen Freunden, fein in Schale, die als Dolmetscher wirken müssen. Den jungen Leuten wird das ihnen zugedachte Arbeitsverhältnis in den rosigsten Farben geschildert. Die Schönheiten des Ortes, die Leichtigkeit der zu verrichtenden Arbeit, die Höhe des Lohnes und die Verpflegung werden gebührend her-vorgehoben. Alle angeworbenen Eingeborenen müssen auf der nächsten Regierungsstation erscheinen, sich dort vom Arzt oder Heilgehilfen untersuchen lassen und unterschreiben vor den Augen des Beamten den Vertrag durch irgendein Zeichen. Sie verpflichten sich damit auf drei Jahre für einen Monatslohn von mindestens fünf Mark. An sonstigen Gebührnissen und Verpflegung er-halten die Arbeiter monatlich ein Lendentuch, allsonn-täglich eine Ration Tabak, ein Stück Seife, eineinhalb Pfund Fleisch oder Fisch und täglich sechshundert Gramm Reis oder so viel andere Feldfrüchte, daß sie damit auskommen.  

Legt die Manila in Alexishafen an, strömen die Passa-giere des Schiffes für einen Landgang von Bord und wer-den von einem Dutzend kleiner Kanaken empfangen, welche in Deutsch ihre Dienste als Führer durch die Um-gebung anbieten. Dann ziehen die Schiffspassagiere mit ihren lebhaft schwatzenden Begleitern auf Entdek-kungsreise in Kokos- und Reispflanzungen aus.

1910 haben die Missionare begonnen in Alexishafen die erste Reispflanzung in Neuguinea anzulegen. Ein Missi-onar mit Reisanbauerfahrungen aus Java leitet das ganze Projekt. Ein großes Staubecken, in mühsamer, schwerer Arbeit ausgegraben, liefert den so wichtigen Wasser-bedarf für das zwölf Hektar große Reisfeld. 200 Einge-borene haben alle Vorarbeiten für den Reisanbau geleistet. Natürlich ist die Basis der Wirtschaft, wie bei fast allen landwirtschaftlichen Betrieben in Neuguinea, Kopra. Dazu hat sich die Mission hunderte von Pferden, Eseln, Rindern und Schafen zugelegt. Die Pferde und Esel als Reit- und Transporttiere, das Vieh für Milch, Butter und zur Schlachtung.

Eine Besonderheit der Missionare in Alexishafen sind ihre Versuche mit dem Bau von Häusern in Zement-bauweise statt in Holz. Die Häuser sind termitensicher und machen den Holzhäusern starke Konkurrenz. Selbst ein Boot aus Zementmasse wird gegossen, aber das Zementboot setzt sich nicht durch.

Eine Plage in der Umgebung von Alexishafen sind die Krokodile. Die Inseln, Lagunen, Schlickbänke und Man-grovendickichte bieten ihnen einen guten Lebensraum. Die Mission hat ihnen den Kampf angesagt bekämpft sie mit allen Mitteln. Auf die Entdeckung von Krokodileier-gelegen sind Belohnungen ausgesetzt und eine Kroko-dilfalle aus Holz mit Falltür, in der ein Köder angebracht ist, hat sich bewährt.

Auch die Neuguinea-Kompagnie hat Land in Alexisha-fen und eine Erweiterung der wirtschaftlichen Akti-vitäten dort ist zu erwarten. 1913/14 vollzieht sich der Verkehr zwischen Alexis- und Friedrich-Wilhelmshafen noch fast ausschließlich über See; es ist aber ein Weg zwischen den beiden Ansiedlungen angelegt worden, der bis auf die nötigen Brücken vollendet ist und Alexis-hafen hat auch eine eigene Postanstalt bekommen.

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Hausbau an der Küste
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Die Besetzung
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Post, Telefon, Telegraphie und Funk
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Missionen III
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Landverkehr II
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Landverkehr