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Straßen I

Gerne würde man Reittiere halten, aber die Krankheit, die die Tsetsefliege überträgt, tötet alle Maultiere und Pferde. Die wenigen Dutzend Reittiere der Schutztruppe in der Kolonie, von Beamten und einigen Weißen über-leben nur, weil sie in tsetsesicheren Ställen gehalten werden und über Nacht diese Ställe nicht verlassen dürfen. Esel sind widerstandsfähiger gegen die Tsetse und sind in größeren Stückzahlen vorhanden. Besonders schöne Maskat-Esel werden aus Arabien importiert.

Weitere Krankheiten von Nutztieren sind die dauernd von der Regierung bekämpfte Rinderpest, die Pferde-sterbe, Rotz der Pferde, Milzbrand und das durch eine Zeckenart übertragene ostafrikanische Küstenfieber, das hauptsächlich zur Schlachtung an die Küste ge-triebene Rinderherden befällt und durch wiederholte Zeckenbäder der Rinder verhindert werden kann. 

Straßen sind in der Nähe europäischer Ansiedlungen und als Verbindungswege zwischen den Hauptorten ausgebaut oder wenigstens durch den Busch geschla-gen.

Seit 1913 sind Lastkraftwagen der Berliner Firma NAG erfolgreich bei der Schutztruppe in Ostafrika im Einsatz. Es gibt ansonsten nur sehr wenige Motorfahrzeuge in der Kolonie. Mit dem Dampfer Feldmarschall, der am 2. August 1914 in Daressalam eintrifft, kommen noch ein paar Kraftfahrzeuge in das Schutzgebiet.