Durch den geheimen deutsch-englischen Kolonialver-trag vom 13. August 1913 sind die portugiesischen Kolo-nien zwischen Deutschland und England aufgeteilt wor-den. Danach fallen die westafrikanischen Inseln São Tomé und Príncipe, der größte Teil Angolas und Nord-mosambik an Deutschland. 1914 laufen deutscherseits die Vorbereitungen zur Übernahme der neuen Kolonial-gebiete.
Mitte 1914 befindet sich eine deutsche Wirtschafts- und Regierungskommission in Angola. Diese Fachleute stu-dieren die wirtschaftlichen Gegebenheiten in der Kolo-nie für ihre Übernahme in deutsche Hände.
Die Deutschen in den in deutsche Herrschaft überge-henden portugiesischen Kolonien sind hauptsächlich im Handel tätig. Ihre Zahl ist in jedem der in deutsche Verwaltung übergehenden portugiesischen Kolonialge-biete mehr in Dutzenden als in Hunderten zu rechnen. Ihnen werden die in der deutschen Presse immer wie-der erwähnten Verhandlungen über das portugiesische Kolonialreich zwischen Berlin und London sicher be-kannt sein. Selbstverständlich wissen die deutschen Konsuln in den portugiesischen Kolonien, daß ihre Übernahme in englische und deutsche Verwaltung statt-findet, da sie ja eindeutige wirtschaftspolitische Berichte über ihre Konsulargebiete an das Auswärtige Amt ver-fassen müssen.
Man kann davon ausgehen, daß die Deutschen in den portugiesischen Kolonien, die dem Reich zufallen, den Übergang der Kolonialherrschaft in deutsche Verwal-tung begrüßen.
Auch den politisch interessierten Deutschen in Spa-nisch Muni ist 1914 klar, daß sie in absehbarer Zeit zur deutschen Kolonie Kamerun gehören werden. Seit 1911 liegt das Vorkaufsrecht über die spanische Kolonie bei Deutschland und seit 1912 grenzt auch der Süden von Muni an die deutsche Kolonie Kamerun, womit die klei-ne Kolonie bis auf die Atlantikküste ganz von Kamerun umschlossen ist. 1913 erfolgte dann die deutsche Hinterland-Expedition durch Muni, zur wirtschaftlichen Erkundung des Landes vor der geplanten deutschen Übernahme.
Wirtschaft und Seehandelsverkehr von Spanisch Muni sind schon weitgehend in deutschen Händen.