Über Grootfontein lesen wir im Deutschen Kolonial-Lexikon:
Grootfontein. Ort in Deutsch-Südwestafrika, im Norden des Hererolandes am Ende einer Zweigstrecke der Otavibahn. Grootfontein liegt in dem günstigsten Niederschlagsgebiet des nördlichen Hererolandes. Die Umgebung der Station ist nicht nur durch gute Beschaffenheit der Weide, sondern auch dadurch ausgezeichnet, daß hier der öftere Anbau bestimmter Kulturgewächse (Mais usw.) auf Regenfall möglich zu sein scheint. Auch finden sich in der Umgebung verschiedene echte Quellen, die einen Schluß auf reichlich vorhandenes Grundwasser zulassen. Groot-fontein war schon seit längerer Zeit durch seine Burenniederlassung bekannt, die, von Auswanderern aus dem Transvaal begründet, zu einer festen An-siedlung in diesem Gebiete übergingen, nachdem ihnen der Schutz des Reiches durch Dr. Goering (1885-90 Reichskommissar für das südwestafrikanische Schutz-gebiet) zugesichert war. In unruhiger Zeit trugen diese Buren zur Niederhaltung der nördlichen Herero we-sentlich bei. Grootfontein ist Hauptort des gleichna-migen Bezirks, des nordöstlichsten bereits in Verwal-tung genommenen Gebiets der Kolonie sowie Sitz einer katholischen Missionsstation und einer Regierungs-schule. Der Ort ist ferner Post- und Telegraphenstation sowie im Besitz eines Zollamtes.
Im Jahre 1914, in dem das Deutsche Kolonial-Lexikon fertiggestellt wird, findet auch die Eröffnung des Elisa-bethhauses, einem Wöchnerinnenheim, in Grootfon-tein statt.