Das Deutsche Kolonial-Lexikon über »Aus oder auch Aub, eine in Deutsch-Südwestafrika nicht seltene Be-zeichnung einer Wasserstelle. Der bekannteste dieser Plätze ist der Ort Aus im Süden des Großnamalandes, östlich von Lüderitzbucht, in mehr als 1400 m Seehöhe gelegen. Der Platz liegt in einem Flußtale in einem Gebiet, das in mancher Hinsicht als Grenzlandschaft zwischen der Namibwüste und dem Vegetationsgebiet des innern Hochlandes gelten kann. Ehedem war Wasser auch hier nur unregelmäßig zu erhalten. Erst seit Lüderitz (Lüderitz besuchte 1883/84 das nach ihm Lüderitzland genannte neuerworbene Gebiet. … Lüde-ritz ertrank 1886 an der Mündung des Oranjeflusses.) Bohrungen hatte ausführen lassen, finden wir dort eine Station für die durchreisenden Händler. Später, nach Vollendung der Bahn, wurde Aus das auf Kilometer 140 von Lüderitzbucht aus liegt, eine Station dieser Strecke, auch ist es im Besitz einer Postagentur und einer Telegraphenstation.«
Am 31. Oktober 1906 erreicht die Eisenbahnlinie von Lüderitzbucht Aus und wird dem Verkehr übergeben. Damit ist die gefährliche Durststrecke der Namibwüste, die der Schrecken der Frachtfahrer war, überwunden.
Seit 1908 werden von deutschen Geologen bei Aus auf der Farm Aar hunderte von Millionen Jahre alte Fossi-lien gefunden.
1913 wird in Aus am Bahnhof ein Denkmal für Kaiser Wilhelm II errichtet, anläßlich seines 25. Thronjubi-läums.