Beginnt die Entwicklung des deutschen Kolonialreiches mit der ersten Phase von den 1830er Jahren bis in die 1870er Jahre mit der Festsetzung der deutschen Wirt-schaft in tropischen Gegenden der Welt, der zweiten Phase von der Mitte der 1870er Jahre bis zur Mitte der 1880er Jahre mit der deutschen Politik eingreifend ins Geschehen bis zur Nahme von Kolonien in bereits von der deutschen Wirtschaft besetzten überseeischen Räu-men, der dritten Phase in der zweiten Hälfte der 1880er Jahre mit dem Scheitern die Kolonien von privaten Gesellschaften verwalten zu lassen, der vierten Phase ab 1890 mit der unmittelbaren Machtausübung des Reich in den Kolonien und ihrer wenn notwendig gewalt-samen Eroberung, Sicherung und Befriedung und schließlich die fünfte Phase mit der Gründung des Kolonialwirtschaftlichen Komitees 1896 und dem Be-ginn der gezielten wirtschaftlichen Entwicklung der Kolonien seit der Jahrhundertwende, so setzt 1905 die sechste Phase der deutschen kolonialen Entwicklung ein. Durch den Mangel an kolonialer Erfahrung der deutschen Machthaber in den Schutzgebieten, und eine undurchdachte Wirtschaftspolitik, kommt es zum De-saster der Kolonialkriege in Südwestafrika und Ost-afrika 1904/05. Aber eben diese beiden Kolonialkriege leiten die sechste Phase deutscher Kolonialherrschaft ein: Die neue Politik der intelligenten Machtausübung und der forcierten Entwicklung von Verkehr und Wirt-schaft in den deutschen Überseeterritorien.
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