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Post und Zeitungen

Die Post ist eine äußerst bedeutende Einrichtung für die Deutschen in Südwestafrika. Es findet ein gewaltiger Postverkehr für die weiße Bevölkerung der Kolonie statt. 1913 werden sechs Millionen Briefsendungen von der Post befördert, 156.000 Pakete und 380.000 Tele-gramme. Im Schnitt empfängt jeder Weiße im Jahr 400 Briefe, über 100 Zeitungen, 20 Telegramme und 10 Pakete. Der Deutsche Kolonial-Atlas mit Illustriertem Jahrbuch 1914 veröffentlicht folgende Zahlen über Deutsch Südwestafrika:

Post- und Telegraphie: Ende 1913: 110 Anstalten, darun-ter 88 mit Telegraphenbetrieb und 29 mit Ortsfern-sprecheinrichtungen; 2480 km Landtelegraphenlinien und 6662 km Telegraphenleitungen. Verkehr 1912: 5.472.600 Briefsendungen, 248.516 Postanweisungen mit 35.093.948 Mark, 143.381 Pakete, 1.684.000 Zeitungs-nummern, 393.835 Telegramme, 2.419.940 Gespräche. Postverbindungen: fünfmal monatlich. Beförderungs-dauer [Deutschland-Südwestafrika] 20-26 Tage. Tele-grammgebühr für das Wort 2,75 Mark. Außerdem 3 Funkentelegraphenstationen in Swakopmund, Wind-huk und Lüderitzbucht.

Das Deutsche Kolonial-Lexikon: So vergingen fast 1½ Jahrzehnte, bis als erste deutsche Schutzgebietszeitung der Windhuker-Anzeiger in Deutsch-Südwestafrika er-schien (1898 von Rechtsanwalt Wasserfall gegründet). Um sie als Organ der ganzen Kolonie zu kennzeichnen, erhielt sie 1901, nachdem ihr Sitz nach Swakopmund verlegt war, den Titel Deutsch-Südwestafrikanische Zeitung, den sie noch heute führt, jedoch seit 1. Oktober 1912 mit dem Zusatz vereinigt mit Swakopmunder Zeitung. Andere politische Zeitungen sind ihr später zur Seite getreten: 1903 die Nachrichten des Bezirksvereins Windhuk, deren Name 1904 in Windhuker Nachrichten und 1911 in Der Südwestbote geändert wurde; 1909 die Lüderitzbuchter Zeitung zur Wahrnehmung der Inte-ressen der Diamantengesellschaften und Schürfer; Ende 1910 der Südwest und seit Januar 1912 die Swakop-munder Zeitung. Letztere hat sich am 1. Oktober 1912 mit der Deutsch-Südwestafrikanischen Zeitung verschmol-zen. Ferner erscheint seit April 1913 auch in Keetmans-hoop noch ein gedrucktes Blatt, die Keetmanshooper Zeitung; sie wurde bisher etwa zwei Jahre lang in Schreibmaschinenschrift hektographisch vervielfältigt. Von diesen Zeitungen erscheinen 2 in Windhuk, 1 in Swakopmund, 1 in Lüderitzbucht und 1 in Keetmans-hoop, davon werden 1 dreimal, 2 zweimal und 2 einmal wöchentlich herausgegeben. Ein Amtsblatt für das Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika erscheint erst seit 1910, vorher benutzte das Gouvernement im wesent-lichen die Deutsch-Südwestafrikanische Zeitung als Publikationsorgan.

Das Kolonial-Lexikon schreibt auch: Amtsblatt für das Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika, wird seit 1910 vom Kaiserlichen Gouvernement in Windhuk heraus-gegeben. Ausgabe in der Regel am 1. und 15. jeden Monats. Druck und Expedition: Windhuker Druckerei-Ges.m.b.H. (vom 1. April 1912 ab). Christliches Familien-blatt, Monatsschrift für das katholische Volk, wird seit Januar 1913 von der Katholischen Mission in Windhuk herausgegeben. – Der Farmer, Mitteilungen über Farm-, Garten-, Forstwirtschaft und Bergbau. Erschien von 1908-10 in Windhuk als Gratisbeilage der Wind-huker Nachrichten in zwanglosen Nummern durch-schnittlich einmal im Monat. Seit Anfang 1911 mit dem Hauptblatt des Südwestboten vereinigt. – Der Südwest-bote, bis Ende 1910 Windhuker Nachrichten, gegründet 1904, erscheint dreimal wöchentlich in Windhuk im Verlage der Windhuker Nachrichten, G.m.b.H., mit einer Unterhaltungsbeilage. Organ des Farmerbundes. – Deutsch-Südwestafrikanische Zeitung vereinigt mit Swakopmunder Zeitung, früher Windhuker Anzeiger, gegründet 1898 durch Rechtsanwalt Wasserfall, älteste Zeitung Deutsch-Südwestafrikas und der deutschen Schutzgebiete überhaupt. Erscheint zweimal wöchent-lich in Swakopmund im Zeitungs-Verlag, Ges.m.b.H. – Evangelisches Gemeindeblatt für Deutsch-Südwest-afrika, wird seit 1911 in Swakopmund von der Konferenz der evangelischen Pfarrer Deutsch-Südwestafrikas herausgegeben, erscheint monatlich bei der Swakop-munder Buchhandlung Ges.m.b.H., Swakopmund. – Keetmanshoper Zeitung, erschien zwei Jahre lang in hektographierter Schreibmaschinenschrift, wird seit dem 24. April 1913 wöchentlich einmal im Verlage der Swakopmunder Buchhandlung G.m.b.H., Zweignieder-lassung Keetmanshoop herausgegeben. – Lüderitz-buchter Zeitung, erscheint seit 1909 jeden Freitag in Lüderitzbucht im Verlage der Lüderitzbuchter Zeitung, G.m.b.H. – Südwest, gegründet 1910, erscheint zweimal wöchentlich in Windhuk bei der Swakopmunder Buch-handlung, G.m.b.H., Zweigniederlassung Windhuk, als unabhängige Zeitung für die Interessen des gesamten Schutzgebietes. – Swakopmunder Zeitung, erschien seit Januar 1912 zweimal wöchentlich in Swakopmund im Verlage der Druckereigesellschaft Peter & Stolze als parteilose Nachrichten aus und für Deutsch-Südwest-afrika, ist seit 1. Oktober 1912 mit der Deutsch-Südwest-afrikanischen Zeitung vereinigt. – In Eingeborenen-sprachen: ǁ Gau-Sari Aob (Der Säemann) [Das Zeichen ǁ ist der hottentottische Schnalzlaut]. Herausgeber: Missionar Olopp, Karibib, (Rheinische Missionsgesell-schaft Barmen), erscheint seit 1909 wöchentlich in Tsumeb in Namasprache. – Omahungi (Erzählungen, Berichte). Herausgeber: Missionar F. Lang, Tsumeb (Rheinische Missionsgesellschaft Barmen), erscheint seit 1908 wöchentlich in Hererosprache.