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Morogoro

Der alte Sultanssitz Morogoro ist zunächst Missions-station der Heiliggeist-Väter und wird im Rahmen der Neustrukturierung der Bezirke 1903 zum Bezirksamt. Der Umzug der Bezirksverwaltung von Kilossa erfolgt 1904.

Die feierliche Einweihung des ersten Abschnitts der Mittellandbahn zwischen Daressalam und Morogoro (209 km) erfolgt am 9. Oktober 1907 durch den Staats-sekretär des Reichskolonialamtes Bernhard Dernburg. Die Bevölkerungszahl von Morogoro beträgt 1907 etwa 800 Einwohner und verdoppelt sich innerhalb von drei Jahren durch den Eisenbahnanschluß.

Der Marktplatz mit der Markthalle und dem Hotel
›Kaiserhof‹ ist die Mitte der wachsenden Stadt.

Bei Morogoro in den Ulugurubergen liegt die Erholungsstation ›Schlesien‹ der Berliner Mission.

1914 gibt es ein Projekt für eine Wasserkraftanlage im Uluguru-Gebirge für die Stromversorgung von Moro-goro.

Das Deutsche Kolonial-Lexikon schreibt über:

Morogoro, früher Mrogoro geschrieben, ein Ort und Verwaltungsbezirk in Deutsch-Ostafrika. Der Ort Moro-goro liegt am Nordhang des Uluguru-Gebirges in der Landschaft Ukami 520 m ü. d. M. bei Kilometer 209 der Zentralbahn. Die Lage ist hübsch, zumal durch den Hintergrund, die hohen Berge. Diese geben etwas Regenschatten, so daß Morogoro im Jahre nur 1109 mm Niederschlag (siebenjähriges Mittel) hat. Die Regen-pause zu Beginn des Jahres ist oft undeutlich, die Lage des wärmsten Monats unsicher: wir sind auf der Grenze zwischen Monsun- und kontinentalem Passatklima.

Seit 1904 das Bezirksamt von Kilossa nach Morogoro verlegt wurde, noch mehr seit die 1905—1907 gebaute Bahnstrecke Morogoro mit Daressalam verband, ist es kräftig gewachsen. 1913 hatte Morogoro ungefähr 3000 Einwohner, darunter etwa 60 Europäer. 1913 hatten 26 europäische und etwa 36 indische Firmen ihren Sitz in Morogoro, das Post, Telegraphen und Ortsfernsprech-netz besitzt.

Morogoro ist ferner Fruchtkulturstation, begründet 1910: Anzucht von Obstbäumen, Abgabe von Saat und Pflänzlingen an Europäer und Eingeborene. Weißes Personal: 1 Leiter.