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Okahandja

1901 erreicht der Bau der Schmalspurbahn von Swakop-mund Okahandja. Die Bahnlinie hat eine Länge von 311 Kilometern. Die Verlängerung der Bahnlinie von Oka-handja bis ins 71 Kilometer entfernte Windhuk wird 1902 eröffnet. 1904 wird aus militärischen Gründen eine 256 km lange Straße von Okahandja zum Waterberg gebaut. Das Deutsche Kolonial-Lexikon schreibt über Okahandja:

Okahandja, Hauptort des ehemals selbständigen Here-rogebiets in Deutsch-Südwestafrika. Okahandja liegt in 1340 m Meereshöhe im Tale des oberen Swakop, also innerhalb der das zentrale Hochland von Deutsch-Süd-westafrika von den Plateaus des mittleren Hererolandes trennenden Zone. Während die alte von Ochsenwagen benutzte Verkehrsstraße bereits bei Groß-Barmen die Südrichtung einschlug, ist Okahandja Station der nach Windhuk führenden Bahnlinie, und darin sowie in sei-ner früheren Stellung als Hauptort der Herero beruht seine wirtschaftliche Bedeutung während des Jahr-zehnts bis zum großen Eingeborenenaufstande (Herero-aufstand [1904]). Okahandja nimmt den Rang eines der wichtigeren Orte im Schutzgebiet ein. Es ist Mittelpunkt des gleichnamigen Verwaltungsbezirks, Sitz eines Zoll-amts, einer Post- und Telegraphenstation, einer Schule für weiße Kinder und einer Station der Rheinischen Mission. 1912 wurde ferner in Okahandja eine Versuchs-station für Tabakbau begründet. Sie nimmt vergleichen-de Anbauversuche mit Tabaksorten verschiedener Her-kunft zur Gewinnung von Schnittgut und Zigaretten-tabak und Fermentationsversuche vor und verfügt über Trockenanlagen. Weißes Personal: 1 Leiter, 1 Assistent.

Was das Kolonial-Lexikon nicht erwähnt, ist, daß am 24. September 1913 eine Fleischverwertungsgesellschaft in Okahandja gegründet wird, für die Verwertung der Rin-derherden des Landes.