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Duala





Duala im Deutschen Kolonial-Lexikon:

»Der Ort Duala ist der Hauptort der Kolonie Kamerun. Die Stadt liegt am Südufer des breiten Kamerunästuars und besteht aus den Eingeborenendörfern Belldorf, Akwadorf, John-Akwa-Dorf und Jossdorf. Zusammen mit Bonabela (Deidodorf), flußaufwärts gelegen, und Bona-beri (Hickorydorf) auf der gegenüberliegenden Fluß-seite zählt Duala etwa 22.000 farbige Einwohner, die dem Dualavolk angehören. Die Zahl der Weißen ist 347 [1913]. Sie war in den vergangenen Jahren, während des Bahn-baus, bedeutend größer. — Die Lage Dualas im Mangro-vegürtel des Kamerunästuars war außerordentlich un-gesund. Infolgedessen ist der Sitz der Gouvernements-verwaltung 1907 [richtig ist 1901] nach Buea am Abhang des Kamerunbergs verlegt worden. Durch Ausfüllung der Sümpfe und zweckmäßigere Wohnungen und Lebensweise sind die Lebensbedingungen in Duala wesentlich günstiger geworden. Die Regierungsgebäude sowie zahlreiche Faktoreien und Wohnhäuser der Wei-ßen liegen auf der Jossplatte, einer ebenen Lateritfläche, die sich 10 m über das Flutniveau erhebt. — Duala besitzt einen vorzüglichen Hafen. Früher mußten die Schiffe, einer vorgelagerten Sandbank wegen, auf offener Reede ankern, seit der Ausbaggerung legen sie direkt an der Landungsbrücke an. Die Firma Woermann hat im Hafen ein Schwimmdock. Durch Betonnung und Befeuerung des Fahrwassers ist Duala einer der sichersten Hafen der Westküste geworden. Der Handel Kameruns bewegt sich neben Kribi in der Hauptsache über Duala. An reinen Handelswerten ist es jedoch von Kribi über-flügelt. Dort überwiegt auch die Ausfuhr, während in Duala die Einfuhr im Jahre 1910/11 9,7 Millionen, die Ausfuhr 5,7 Millionen betrug. Das Überwiegen der Ein-fuhr ist auf Kosten der zu den Bahnbauten nötigen Materialien und der Einfuhr an Bargeld zu setzen. Unter den Ausfuhrprodukten nimmt der Eingeborenenkakao mit 336.981 kg bereits eine namhafte Stelle ein, ein Beweis, daß auch der Plantagenbau der Neger eine Zukunft hat. — Die Handelsstraßen nach dem Binnen-land werden alle von den eingeborenen Händlern be-herrscht. Wichtig sind die Wasserstraßen der Flüsse Mungo, Wuri und Dibamba, die bis zu den Strom-schnellen bei ihrem Durchbruch durch die unterste Stufe des Hochlandes schiffbar sind. Mit Edea ist Duala durch eine Eisenbahn verbunden. Die Manengubabahn, die das Hochland von Südadamaua erschließen soll, geht vom Hafen Bonaberi, gegenüber von Duala, aus. — Duala ist durch ein Unterseekabel mit Bonny im eng-lischen Südnigeria verbunden; eine Telegraphenleitung führt nach Buea, eine zweite nach Kribi. — Duala ist auch Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks. Als solche ist es Sitz eines Bezirksamts, eines Bezirksgerichts, einer Kompagnie der Schutztruppe, eines Artilleriedetache-ments und der Polizeibehörde. In Duala befindet sich das Hauptzollamt, das Hauptpost- und Telegraphenamt, eine Funkentelegraphenstation, ein Hafenamt und eine Reparaturwerkstatt, das Eisenbahnkommissariat, die Bauverwaltung. Für die öffentliche Gesundheit wird gesorgt durch ein Krankenhaus, zwei Regierungsärzte, einen Zahnarzt, ein Lepraheim für Eingeborene, zwei Tierärzte und die obligatorische Fleischbeschau, sowie eine Apotheke. Die sechsklassige Regierungsschule hatte 1910-1911 317 Schüler. Die evangelische Basler Missionsgesellschaft, die Missionsgesellschaft der deut-schen Baptisten und die katholische Kongregation der Pallottiner unterhalten ebenfalls Schulen und Kranken-häuser. An finanziellen und industriellen Instituten seien erwähnt: die Handelskammer Duala, die deutsch-westafrikanische Bank, eine Ziegelei, Dampfwäscherei, Seifensiederei der deutschen Kautschuk-Aktiengesell-schaft. Eine Gesellschaft zur Ausbeutung der unweit Duala erbohrten Petroleumquellen mußte wegen Un-rentabilität aufgelöst werden. Duala fällt auf alten Kar-ten unter dem Namen Kamerun auf, doch benannten es die Eingeborenen schon immer Duala.«

Über die Landungsbrücke der Hauptstadt von Kamerun findet sich im Kolonial-Lexikon:

»Die Landungsbrücke in Duala erstreckt sich von dem Kai aus, der sich am Ufer vor Duala entlang zieht, in den Wurifluß. Sie dient hauptsächlich den Zwecken des Gouvernements; es können an ihr mäßig große seege-hende Schiffe anlegen.

Die Brücke ist aus Eisenwerk in T-Form erbaut und mit einem Kran und kleinen Transportgeleisen ausgerüs-tet, die zu den dem Gouvernement gehörigen Werk-stätten und Schuppen führen. Die Länge des parallel zum Ufer liegenden Kopfstücks beträgt 48 m.«