Über Banjo findet sich im Deutschen Kolonial-Lexikon: Banjo liegt in einer Höhe von 1100 m am rechten Ab-hang des oberen Mbamtales. Es verdankt seine Lage und seine Bedeutung trotz der steinigen Umgebung dem Zusammentreffen zweier Straßen, einmal der wichtigen Südnordstraße von Duala über Bamenda, andererseits der Straße von Tibati, die die Straßen von Jaunde und Ngaundere aufnimmt. Sowohl die Straße von Duala als auch die von Jaunde führt über Banjo nach Kontscha und Garua oder über Gaschaka nach Nigeria. Infolge-dessen ist Banjo ein wichtiger Stapelplatz, und es finden dort täglich Märkte statt. Ackerbau wird unmittelbar bei Banjo nicht getrieben, es muß daher täglich auch ein Lebensmittelmarkt stattfinden. Banjo war ehemals mit einer Befestigung, Graben und Wällen umgeben, die aber heute bedeutungslos geworden sind. Die Bewohner setzen sich aus den verschiedensten Stämmen zusam-men. Es wohnen hier besonders viel Fulbe und Haussa, die ihre Handelsniederlassungen in Banjo besitzen. — Banjo ist Militärstation und hat eine Postagentur und mehrere Faktoreien. Seine Einwohnerzahl wird auf 6000 geschätzt.
Banjo liegt zwar schon im Hochland von Kamerun, gehört aber noch nicht zu den Residenturen, sondern ist Sitz des gleichnamigen Bezirks. Kommt man von Süden auf Banjo zu erreicht man erst einmal Banjo-Dorf, von wo eine rote steile Straße, an den Seiten mit Bäumen bepflanzt, eine Meile lang zur Station auf der Anhöhe führt. Außerhalb der Mauern der Station liegt die Eingeborenenstadt. Innerhalb der Mauern der Station finden sich die massiv gebauten Gebäude der Station, ein Arsenal, Pferdeställe und der mit Mangobäumen umstandene Tennisplatz der deutschen Schutztruppe. Das Salonzimmer des Garnisonskommandeurs ist ty-pisch deutsch eingerichtet. Die Wände sind bis zur halben Höhe mit dunkelem Hartholz getäfelt und auf dem Abschluß der Täfelung stehen auf dem schmalen Gesims kleine einheimische Handwerkserzeugnisse zur Zierde. Breite Lehnsessel bilden komfortabele Sitzge-legenheiten für Gäste.
Banjo ist eine typische Buschstation auf der Hochebene von Kamerun. Keine Mission, noch keine Autostraße und keine Eisenbahn berühren die Bezirkshauptstadt. Sie liegt am ausgebauten Karawanenweg von Fumban im Südwesten in die Residenturen im Norden. So ein Dutzend Deutsche leben in Banjo. Soldaten, Verwal-tungsbeamte, Ärzte und Ingenieure. Die Ingenieure sind etwa mit Wegebauten im gebirgigen Umland und der Anlage ordentlicher Tränken und von Pumpen an den Brunnen der Salzquellen und der Aufstellung von Trö-gen dort für das Vieh der Einheimischen beschäftigt. Eine bescheidene Abgabe wird vom Fulbe-Stamm der Bororo für das Tränken und die Salzversorgung ihres Viehs verlangt, die die Bororo aber gerne zahlen, für die nun sehr erleichterte Viehhaltung durch die deutschen Maßnahmen und sie können nun überzähliges Vieh an die deutsche Verwaltung und Militärstation in Banjo oder an Vieheinkäufer von der Küste verkaufen. Doch eines gelingt der deutschen Herrschaft, trotz wieder-holter Militäreinsätze im Gebiet, noch nicht, endgültig die in abgelegenem Felsenland lebende Viehräuber-bande, ein steinzeitlicher Stamm in den Bergen, end-gültig zu besiegen und die friedlichen Bororo so von dieser Plage zu befreien.
Der deutsche Friedhof in Banjo hat im Laufe der Jahre etwa dieselbe Zahl an Gräbern erreicht wie die Zahl seiner lebenden deutschen Bewohner beträgt.
Banjo ist kein sonderlich aufregender Ort. Der von der deutschen Verwaltung eingesetzte Häuptling vom Be-zirk Banjo mußte allerdings abgesetzt und ersetzt wer-den, weil er in einem Anfall von Eifersucht eine seiner Frauen totgeschlagen hat und er deshalb nach Kribi verbannt wurde.