Am 9. September 1914 erklärt die Südafrikanische Uni-on Deutschland, und damit auch Deutsch Südwestafrika, den Krieg. Daraufhin besetzen am 10. September deut-sche Truppen die Walfischbucht, eine Exklave Südafri-kas an der südwestafrikanischen Küste. Bei einem Sieg Deutschlands wird die Walfischbucht bei Südwestafrika verbleiben.
Der deutschen Schutztruppe in Südwestafrika steht eine mehr als zehnmal stärkere Übermacht aus dem briti-schen Südafrika gegenüber. Die durch die Mobilma-chung auf etwa 5000 deutsche Soldaten gebrachte Schutztruppe wird zwar durch einige hundert freiwillige Buren verstärkt, aber die gewaltige Überlegenheit der Briten bleibt weiterhin bestehen. Massive Entlastung für die deutsche Verteidigung bringt ein im Oktober 1914 in Südafrika ausbrechender Aufstand von Buren gegen die englische Herrschaft. Am 29. Oktober 1914 hat Chris-tiaan Rudolph Dewet eine Rebellion gegen die von Groß-britannien kontrollierte Regierung unter Ministerpräsi-dent Louis Botha proklamiert. Am 6. November erklärt Dewet den Oranjefreistaat für unabhängig. Damit er-reicht die Aufstandsbewegung gegen die britische Herr-schaft einen vorläufigen Höhepunkt. Nach anhaltenden wechselvollen Kämpfen im November gelingt den Regierungstruppen am 1. Dezember die Festnahme von Dewet. Durch ein deutsches Truppenunternehmen nach Südafrika hinein wird Anfang Februar 1915 der Aufstand unterstützt, aber zu dieser Zeit ist der burische Aufstand gerade endgültig niedergeschlagen. Der Aufstand in Südafrika hat aber den Angriff der britischen Truppen auf Südwest wesentlich verzögert. Seit Februar 1915 kön-nen die deutschen Truppen denn nur noch hinhalten-den Widerstand auf ihrem Rückzug ins Landesinnere leisten.
Am 9. Juli 1915 müssen die deutschen Truppen kapitu-lieren und Mitte August ist ganz Deutsch Südwestafrika britisch besetzt. Durch einen Vertrag zwischen Gouver-neur Theodor Seitz und dem Oberbefehlshaber der bri-tischen Truppen, General Louis Botha, bleiben die Deut-schen im Lande und behalten ihren Besitz und die deut-sche Verwaltung arbeitet unter der britischer Besat-zung weiter. Allerdings steigt die Verbrechensrate in der Kolonie stark an, da es keine deutsche Polizei mehr gibt.
Bei einem Friedensvertrag nach einem Sieg Deutsch-lands wird die Walfischbucht bei Deutschland bleiben, aber bei einer Gebietsbereinigung zwischen Deutsch Südwestafrika, dem nun deutschen Angola und dem bri-tischen Südafrika ist die Abtretung des östlichen Capri-vizipfels an die Briten abzusehen als Ausgleich für die Nahme der Walfischbucht.