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Besondere Ereignisse

Natürlich zeitigen Kriege auch immer unerwartete Er-gebnisse. Ein deutscher Soldat, der früh im Krieg in bri-tische Gefangenschaft gerät, kommt in ein Kriegsgefan-genenlager nach Ägypten. Der Mann war im Frieden Farmer in Ostafrika gewesen und nun, im Krieg, führt seine Frau die Farm. Dem Farmer kommt die Zeit im Kriegsgefangenenlager als die schönste Zeit seines Le-bens vor, denn er ist einmal all die ewigen Pflanzungs- und Arbeitersorgen los und kann Fußball spielen und lesen. Ein interessanter Einblick in die Schwierigkeiten des Lebens der Farmer in Deutsch Ostafrika.


Zum Geburtstag des Kaisers wird auch im zweiten Kriegsjahr am 27. Januar 1916 in Daressalam eine Parade abgehalten.


Der Kaiserliche Gouverneur von Deutsch Ostafrika, Heinrich Schnee, hält im Juli 1916 bei einem großen Bierabend für die deutsche Bevölkerung eine öffent-liche Ansprache, in der er auch ausführt:

„Der Feind hat die Hoffnung, daß wir hier auch wirt-schaftlich vernichtet werden. Im bisherigen Verlaufe des Krieges haben wir bereits gesehen, daß diese Hoff-nung unbegründet ist. Wirtschaftlich kann der Feind uns hier nicht niederringen. Alles Notwendige gewin-nen wir aus dem Lande, ob es Nahrungsmittel, Materia-lien oder Hilfsmittel aller Art sind, wir finden es in un-serem Deutsch Ostafrika. Und da tritt der Wert unserer Kolonie gerade in diesem Kriege glänzend hervor. Ich glaube, selbst mancher alte Kenner des Landes hat be-zweifelt, ob es gelingen würde, den Bedürfnissen der Bevölkerung, der weißen wie der farbigen, gerecht zu werden. Aber es findet sich solcher, ich möchte sagen, unerwarteter Reichtum im Lande, daß wir kaum in Ver-legenheit geraten können und wir uns ausreichend Er-satz auch für solche Gegenstände, die wir früher von au-ßen bezogen haben, hier beschaffen können. – Es eröff-net uns aber auch den Ausblick in die Zukunft, daß nach einem ehrenvollen und günstigen Frieden für das Deut-sche Reich in der Kolonie noch Entwicklungsmöglich-keiten stecken, die wir bisher noch nicht in dem Maße erkannt hatten.“


Auch im Krieg geht die verwaltungstechnische Durch-dringung der Kolonie weiter und so werden im noch nicht so weit entwickelten Süden neue Nebenstellen der Bezirke geschaffen und im August 1916 wird der Bezirk Tabora in die Bezirke Tabora-Nord und Süd-Tabora ge-teilt.


Durch die Fluchtbewegung der deutschen Zivilbevölke-rung nach Süden mit den feindlichen Offensiven im Norden seit März 1916 werden für die Frauen und Kin-der in Tabora, aber auch an anderen Orten, von der Ver-waltung solide Häuser gebaut, solange Zement vorhan-den ist. Dann werden kleine primitive Lehmhäuser er-richtet, die aber, als schließlich kein Moskitonetz zur Sicherung der Bauten gegen die Stechmücken mehr vorhanden ist, besonders im moskitoverseuchten Tabo-ra keine gesundheitlich zuträgliche Unterkunft bieten.

Mit Rücksicht auf die ungünstigen Lebensverhältnisse im Süden des Schutzgebietes hat Gouverneur Schnee deutschen Frauen und Kindern den Zug in das Rück-zugsgebiet im Süden verboten. Dort selbst leben nur we-nige weiße Frauen und Kinder, da der Süden noch weit-gehend unerschlossen ist.