Während es im deutschen Kolonialreich keine Kriege mehr gibt gibt es in anderen Kolonialreichen weiterhin große Aufstände und Kriege. Ruhe ist in den deutschen Kolonien, dem drittgrößten Kolonialreich nach dem englischen und dem französischen, eingetreten mit der Umsetzung der 1905 begonnenen neuen deutschen Kolonialpolitik der Entwicklung der Schutzgebiete zum Nutzen der deutschen wie der einheimischen Bevölke-rung.
Am 1. April 1912 tritt der Protektoratsvertrag in Kraft, der Frankreich die Herrschaft über große Teile von Marok-ko verleiht. Spanien werden in dem Vertrag Teile von Nordmarokko zugesprochen. Am 11. April schreibt der französische Sozialistenführer Jean Jaurès in der Zeitung Humanité:
»Unsere Politik des Überfallens, des Einbruchs, der be-waffneten Tyrannei ruft im Lande derartigen Zorn her-vor, daß man noch gar nicht gewagt hat, den Marok-kanern den Schutzherrschaftsvertrag zur Kenntnis zu bringen…«
Am 17. April 1912 kommt es in Fes zum Aufstand der marokkanischen Truppen gegen die Franzosen und den Sultan Abd Al Hafis, der den Vertrag unterzeichnet hat. Den Franzosen gelingt es in wenigen Tagen den Auf-stand niederzuschlagen und am 24. Mai trifft der fran-zösische Generalresident für Marokko, Louis-Hubert Lyautey, in Fes ein und läßt 48 marokkanische Aufstän-dische exekutieren. Doch der Kampf der Berberstämme für ihre Unabhängigkeit geht weiter und erst 1926 kön-nen die Franzosen die Berber endgültig besiegen.