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Allgemeine Ereignisse V

Carl Peters war 1892 von seinem Posten als Kaiserlicher Kommissar für das Kilimandscharo-Gebiet zurückgeru-fen worden und schließlich 1897 »wegen Mißbrauchs seiner Amtsgewalt« in Deutsch Ostafrika aus dem Staatsdienst entlassen worden und unter Verlust seines Pensionsanspruches. Der zu Peters‘ Zeit im Kiliman-dscharo-Gebiet arbeitende Geograph Oskar Baumann schreibt 1892: »Übrigens ist Peters halb verrückt. Alles um ihn herum geht krumm vor Hieben. 100 bis 150 sind an der Tagesordnung. Es ist kaum zu glauben, welche Angst die Leute vor Peters und seinen Leuten haben«.

In einem englischen Buch findet sich über die Gewalt-herrschaft von Peters: »Zum Unglück für sein Land und für den Ruf seiner Landsleute bekam er die Gelegen-heit, innerhalb weniger Monate all das zunichte zu machen, was Hermann von Wissmann und Leutnant Ehlers mit unendlicher Geduld und in durchaus ver-söhnlichem Geist erreicht hatten, nachdem sie 1890 die deutsche Flagge gehißt hatten.«

Am 23. Januar 1908 gewinnt Carl Peters in Berlin einen Prozeß gegen den ehemaligen Gouverneur von Neu-guinea, Rudolf von Bennigsen. Dieser hatte Peters in einem am 20. März 1906 in der Kölnischen Zeitung erschienenen Artikel beschuldigt einen Schwarzen und eine Eingeborene aus Eifersucht hingerichtet zu haben. Peters macht dem Gericht glaubhaft er habe den Mann wegen Diebstahls gehängt und die Frau sei wegen Fluchtversuchs getötet worden. Die Hinrichtungsbefeh-le wären nicht sexuell motiviert gewesen. Peters konnte das den Schöffen des Gerichts glaubhaft machen.

Anfang 1914 gibt ihm Kaiser Wilhelm II auf dem Gna-denwege die Pension als Reichsbeamter wieder.