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Wirtschaft V

Auf den Kokosplantagen werden die gesammelten Kokosnüsse zur Station gebracht, wo eine Gruppe von Arbeitern die von einer Faserhülle umgebene Nuß spal-tet, worauf die weiße Kopraschale, der innere Mantel der Nuß, mit dem Messer herausgeholt wird. Die Trock-nung der Kopra wird entweder an der Sonne vorgenom-men oder in einer Darre mittels Heizung.

Die Deutsche Handels- und Plantagengesellschaft setzt zur Freihaltung ihrer Palmplantagen von Unkraut Rin-derherden ein. Die Rinderhaltung ergibt naturgemäß eine weitere Einnahmequelle für die Gesellschaft.

Die Kokospalmenmonokultur bringt natürlich auch die Gefahr von schwerem Schädlingsbefall und folglich Ernteverlusten. So etwa 1911 durch das massenhafte Auf-treten des Nashornkäfers. Durch systematisches Absu-chen der Pflanzungen und Errichtung von Fangstellen, aus denen die Larven von Zeit zu Zeit herausgegraben werden, sucht man der Plage Herr zu werden. Als wei-tere Mittel zur Bekämpfung dieses Käfers ist die Einfüh-rung von Feinden des Schädlings in Erwägung gezogen. Es handelt sich dabei um bestimmte Vogelarten, Insek-ten, große Käfer und Larven, sowie einige Wespenarten. Mit den Flötenvögeln Australiens soll ein Versuch un-ternommen werden.

Von Vorteil ist, daß die Kokospalmen auch schweren Orkanen wie dem vom Februar 1913 standhalten. Dage-gen hat bei dem Orkan die Samoa-Kautschuk-Kompanie einen erheblichen Schaden erlitten, weil ein beträcht-licher Teil ihrer Kautschukbäume in Saluafata entwur-zelt wurden. Ziemlich mitgenommen sind durch den enormen Sturm auch die Bananenpflanzungen auf Samoa.


Da Arbeit im deutschen Verständnis dem Samoaner fer-ne liegt, holt man Bewohner anderer pazifischer Inseln als Arbeitskräfte nach Samoa. Seit 1903 werden auch Chinesen zur Arbeit auf Samoa angeworben. Doch die chinesische Regierung beschränkt den Einsatz von Chinesen auf Samoa, wodurch der Arbeitskräftemangel auf den Inseln ein dauerndes Problem ist. Die Freigabe von jedem Kulitransport durch die chinesische Regie-rung führt zu einem Aufatmen bei den Plantagen-betreibern auf Samoa.

Die Deutsche Handels- und Plantagengesellschaft, die größte Plantagengesellschaft auf Samoa, hat als einzige das Recht Melanesier aus Deutsch Neuguinea anzuwer-ben. Die Melanesier werden aber als unzureichender Ersatz für chinesische Arbeiter angesehen.  Um 1912 sind etwa 800 Arbeiter mit 100 Frauen und 20 Kindern aus Melanesien auf Plantagen auf Samoa tätig.