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Wirtschaft IV

Das traditionelle Wirtschaftsgut von Nauru ist Kopra, die von einigen Handelsstationen den Eingeborenen abgekauft wird. Zur Bekämpfung einer Kokospalmen-krankheit ist auch der deutsche Völkerkundler Paul Hambruch im Auftrag der Jaluit-Gesellschaft seit 1908 auf der Insel.  

Mit dem 1906 begonnenen Abbau des Phosphates der Insel durch die englisch-deutsche Pacific Phosphate Company werden auch Einrichtungen für die nach Nau-ru geholten weißen und farbigen Arbeitskräfte geschaf-fen. Insbesondere werden Vorkehrungen in hygieni-scher Hinsicht getroffen. Eine Kanalisationsanlage mit Salzwasserbetrieb wird gebaut. Für die Krankenpflege sind die nötigen Hospitalbauten vorhanden. So schlep-pen für den Phosphatabbau angeworbene Zentralkaro-linier eine Augenkrankheit nach Nauru ein.

Eine Kondensationsanlage dient zur Gewinnung von frischem Süßwasser in regenarmen Zeiten. Auch Eis-maschinen, eine Sodawasserfabrik und Kühlräume so-wie elektrisches Licht sind vorhanden.

1907 werden 11.000 Tonnen Phosphat exportiert, 1910 sind es schon 142.000 Tonnen. 1913 werden 46 Dampfer abgefertigt, die 138.725 t Phosphat mitnehmen. Durch die Wetterbedingungen schwankt die Phosphatgewin-nung.

Die Phosphat-Gesellschaft beschäftigt 1913 auf Nauru um die 60 Weiße, 100 Chinesen und 650 Karoliner. 1914 sind es neben den Weißen 550 Chinesen und 500 Karoliner. Die Chinesen und Karoliner leben auf Nauru streng getrennt von der einheimischen Bevölkerung.


Der Abbau des Phosphats ist sehr einfach durch Tagebau zu bewerkstelligen. Die Ertragsfähigkeit ist allerdings sehr von der Witterung abhängig. Trockene Jahre brin-gen reichen Ertrag, regenreiche verlaufen ungünstiger. Die Gesellschaft ist nämlich vertraglich verpflichtet, Phosphat zu liefern, dessen Feuchtigkeitsgehalt fünf Prozent nicht übersteigt.

Da die künstliche Trocknung in den Trockenöfen den Betrieb sehr verlangsamt, wird in der Regel nur ein Teil des Phosphats künstlich getrocknet, der dann mit nur natürlich getrocknetem, von höherem Feuchtigkeits-gehalt vermischt wird. Je größer die Schwierigkeiten der natürlichen Trocknung durch feuchte Witterung, desto geringer der Ertrag.

Durch einfache, leicht versetzbare Bedachungen sucht man unter den unter Bearbeitung genommenen Gelän-destücken dieser Schwierigkeit Herr zu werden. Lang-anhaltende Trockenheit ist daher für die Phosphatge-winnung außerordentlich günstig, um so mehr leiden die Kokospalmen darunter und die Kopraausfuhr sinkt dann bis auf Null.