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Kusaie

Kusaie liegt ganz im Osten der Karolineninseln. Die Landfläche der Insel beträgt 108 qkm ohne die gut ein Dutzend kleinen Nebeninseln. Die Landschaft ist hügelig und von tropischen Regenwäldern bewachsen. Der höchste Berg ragt 634 m auf. Eine Besonderheit der Insel ist, daß sie als einzige Mikronesiens als Felseninsel von einem Korallenriff umgeben ist.

Löllö-Hafen, der Hafen von Kusaie, ist eine Bucht, die von der mit einem Quadratkilometer größten Nebenin-sel Löllö begrenzt wird. Auf Löllö befinden sich im dich-ten Busch auch geheimnisvolle Ruinen aus aufeinander gestapelten Basaltblöcken, die genauso aussehen wie jene Ruinen auf Ponape.

Die Einheimischen sind europäisch gekleidet und we-gen der amerikanischen Mission auf der Insel anstatt deutschsprachig englischsprachig. Die protestantische amerikanische Bostoner Mission, die seit 1852 auf Kusaie sitzt, hat die Bevölkerung fast vollständig chris-tianisiert und ihre Traditionen gebrochen. Nur der Oberhäuptling von Kusaie, Tokoscha, er regiert seit 1890, läßt sich nicht christianisieren. Wie viele Männer der Insel ist auch er auf einem amerikanischen Wal-fänger zur See gefahren, um etwas von der Welt zu sehen, und hat folglich Englisch gelernt. Als 1910 die Hamburger Südsee-Expedition Kusaie besucht, kann sie vom betagten Oberhäuptling Tokoscha reichliche Aus-künfte über die alten Verhältnisse auf der Insel erhalten. Im September 1910 verstirbt der Oberhäuptling.

Anfang September 1914 liegt der britische Dampfer Southport wegen der herrschenden Wetterbedingun-gen vor Kusaie, um später in Nauru eine Phosphat-ladung nach Stettin zu übernehmen, als am 4. Septem-ber das alte Kanonenboot Geier und sein Kohlenver-sorger, der kleine Frachter Tsingtau, vor Kusaie erschei-nen. Während die Besatzung der Southport darauf war-tet, eine Ladung Dünger vom deutschen Kolonialbesitz Nauru nach Deutschland zu fahren, erfährt sie nun, daß vor einem Monat England Deutschland den Krieg er-klärt hat und die Welt sich jetzt in einem Weltkrieg befindet.