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Im März 1913 hält Hauptmann Hirtler, ehemals Offizier der Schutztruppe in Kamerun, einen Vortrag in Straß-burg über die Kolonie und sagt über ihre Schutztruppe, daß die Truppe Kamerun nicht nur erobert hat, sie hat sie auch erschlossen. Hirtler sagt, daß der Offizier drau-ßen nicht nur Soldat ist, er ist Arzt, Verwaltungsbe-amter, Sammler, Geograph, Astronom, Landwirt, baut Häuser, Wege usw. in kurzem gesagt: Alle Kulturauf-gaben war er zu lösen berufen.

Hirtler spricht auch über die Eisenbahnen in Kamerun und weist ihnen eine hohe Bedeutung zu. In Verbin-dung mit den Bahnen sieht er den Hafen von Duala, den er für vorzüglich hält, sobald die Barre, die flache Sand-bank vorm Hafen, entfernt sein wird. Er glaubt, daß die Verwirklichung der Bahn-Pläne in Verbindung mit dem weiter fortschreitenden Ausbau der Verkehrsstraßen dazu beitragen wird, die Kolonie in absehbarer Zeit ganz unabhängig vom Mutterland bezüglich Geldzuschüs-sen zu machen, wenn durch eine nicht überstürzte Eingeborenen-Politik friedliche Verhältnisse in Kame-run erhalten bleiben.

Er weist in seiner Rede die noch in weitesten Kreisen beliebte Unterschätzung der Farbigen zurück und findet warme Worte für die Eingeborenen. Hauptmann Hirtler hält das alte Wort Hermann Wissmanns, der in den 1880er und 1890er Jahren Afrikaforscher und Kolonial-beamter war: „Behandeln Sie den Eingeborenen als Menschen“, auch heute noch für die beste Mitgabe an den, der ins Innere von Kamerun geschickt wird.